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SPD-Mitbegründer Kikow verlässt Partei

Peter Kikow: ab heute parteilos. Foto: MOZ/Hans Still
Peter Kikow: ab heute parteilos. Foto: MOZ/Hans Still © Foto:
FOSCHROEDERN / 02.07.2008, 06:33 Uhr
Eberswalde Er gründete in Eberswalde die SPD mit, ab 1995 saß er für seine Partei eine Legislaturperiode lang im Landtag. Doch nun kehrt der Eberswalder SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Kikow der Partei den Rücken. Der 63-Jährige geht im Streit. Auch, weil er auf den Listen für die Kommunalwahlen nicht berücksichtigt wurde.

Gerüchte gab es, aber der Eberswalder SPD-Ortsvereinvorsitzende Daniel Kurth wollte es von der MOZ erstmals offiziell erfahren haben. "So definitiv ist mir das neu", sagte er und versuchte erst gar nicht, sein Bedauern zu strapazieren: "Es ist bedauerlich, aber die Entscheidung wird wohl damit zusammenhängen, dass er sich mit seinen Personalvorschlägen nicht durchsetzen konnte." Er muss es wissen, glaubt wiede- rum Kikow, der seine "Flucht aus der SPD" mit der "liebenswürdigen Behandlung durch meine Mitgenossen" erklärt.

Wie er darstellt, hatte der Ortsverein Eberswalde ihn auf den sechsten Platz gesetzt, bei der Kreisdelegiertenkonferenz wenige Tage später aber verfehlte er die nötige Mehrheit knapp. Besonders verletzte ihn die Tatsache, dass es keine Diskussion darüber gab. Seine Erklärung: "Ich vermute, es geht im Ortsverein Eberswalde offensichtlich um persönliche Dinge und um Posten." Kurth hingegen erwartet von Kikow, dass dieser "ein demokratisches Abstimmungsergebnis akzeptiert". Das Zerwürfnis ist offensichtlich.

Unterstützung erhält Kikow von Jürgen Kumm, der ab sofort als SPD-Fraktionsvorsitzender amtiert. "Peter hat viel gesagt und es auch getan", deutet Kumm mit Blick auf die aktuellen Zustände im Ortsverein an. Dieser sei "gespalten wie nie zuvor", weitere Austritte seien denkbar. In der Fraktion rechnet er sogar mit einem "Hauen und Stechen" und dem Versuch Dritter, den Fraktionsvorsitz zu übernehmen.

"Natürlich", so Kikow, "gibt es in der SPD eine Diskussion über die Rolle der SPD in der Ära von Bürgermeister Schulz. Aber Schulz war der Mann der SPD, dagegen konnte ich doch nichts machen", rechtfertigt er sich. Er bleibt parteiloser Abgeordneter der Stadtverordnetenversammlung und will im September als Einzelkandidat um Stimmen kämpfen.

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