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Riviera des Ostens: Strandbad Müggelsee soll denkmalgerecht saniert werden

Verpachtung zur Rettung: Die Strandkörbe sollen auch in der Zukunft am Müggelsee stehen.
Verpachtung zur Rettung: Die Strandkörbe sollen auch in der Zukunft am Müggelsee stehen. © Foto:
Dominika Jaschek / 18.05.2010, 18:51 Uhr
Berlin (In House) Vor fünf Jahren ist das Strandbad Müggelsee von den Berliner Bäderbetrieben als unrentabel aufgegeben worden. Jetzt soll es wieder belebt werden – der Verein „Bürger für Rahnsdorf“ will einen Investor gefunden haben, der Teile der historischen Anlage instand setzt.

Auf den ersten Blick sieht das Gebäude des Strandbades nicht gut aus: Überall sind Risse in den Wänden, die Decke ist undicht, es tropft. Dennoch hat sich der Verein zur Denkmalpflege „Denk mal an Berlin“ dafür entschieden, dem Strandbad in diesem Monat die Auszeichnung „Besonderes Denkmal“ zu verleihen. Bereits sechs Mal wurde die Auszeichnung verliehen. Sie soll Denkmäler vor ihrem Abriss bewahren.

Und so sitzen – auf den Tag genau 80 Jahre nach der Eröffnung des Strandbades – Vertreter aus Politik und Bürgervereinen unter der baufälligen Terrasse und klären über den neuesten Stand der Dinge auf.

„Etwa drei Millionen Euro kostet die denkmalgerechte Sanierung des Strandbads. Minimum. Eher noch mehr“, schätzt Rainer Hölmer, Bezirksstadtrat für Bauen und Stadtentwicklung in Treptow-Köpenick. „Diese Summe können wir aber nicht aus dem Bezirkshaushalt aufbringen“, sagt er kopfschüttelnd. Dabei sei man in der Pflicht, dieses Strandbad zu erhalten. „Dies ist ein besonderes Problem. Jede gute Idee hilft uns jetzt weiter.“

Eine gute Idee war sicherlich die Gründung des Vereins „Bürger für Rahnsdorf“ vor vier Jahren, der sich maßgeblich für die Erhaltung des Strandbades einsetzte. Für den Vorsitzenden des Vereins, Gion Voges, steht fest: „Egal, welche finanziellen Schwierigkeiten auf uns zukommen: Der Eintritt zum Strandbad bleibt kostenlos.“ Eine Spendenbox solle zur Deckung der Kosten aufgestellt werden. Möglich sei es außerdem, die Strandkörbe und Toiletten zu verpachten. „Und auch Werbung an den freien Flächen können wir uns gut vorstellen“, so Voges weiter.

Ein Investor, der das Strandbad auch betreiben will, sei schon gefunden. „4,3 Millionen Euro will er in das Strandbad investieren“, so der Vorsitzende des Vereins. Zur denkmalgerechten Instandsetzung wird das Geld auch dringend benötigt. Wilfried Wolff, Ingenieur und Vorsitzender des Ausschusses für Denkmalschutz und Denkmalpflege, stellte das Nutzungskonzept und die dazugehörigen baulichen Maßnahmen vor: „Die Uferkante muss instand gesetzt werden, genauso wie die Terrassenabdichtung und die Außenwände des Gebäudes.“

Des Weiteren soll ein ganzjährig betriebenes Schwimmbad am Müggelsee eröffnet werden, die schon vorhandene Sauna wird ausgebaut. So sollen noch mehr Besucher an den Müggelsee und in den daran liegenden Berliner Ortsteil Rahnsdorf gelockt werden. Die Gaststätten in der Umgebung sollen von dem Tourismus profitieren, die Surfschule und das Bungalowdorf.

„2009 hatten wir einen enormen Zuspruch in unserem Strandbad: Etwa 110 000 Besucher waren am Müggelsee“, sagt Renate Harant, Mitglied des Abgeordnetenhauses und im Verein „Bürger für Rahnsdorf“. Schließlich sei dieses Bad größer als das am Wannsee, so Harant weiter. Täglich bis zum Sonnenuntergang bleibt das Strandbad in der Badesaison dann für Besucher geöffnet.

Wann das Strandbad wieder in seinem alten Glanz erstrahlen kann, konnte aber noch nicht geklärt werden.

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