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Alte Waggons als Touristenmagnet

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USTIEHLERN / 18.07.2008, 18:16 Uhr
Die Attraktivität Groß Neuendorf hat sich inzwischen bis nach Nordrhein-Westfalen und Bremen herumgesprochen, weiß Wolfgang Manthe, der Pächter des "Maschinenhauses". In dem Ort ist von öffentlicher und privater Hand viel investiert worden, um das Dorf an der Oder touristisch aufzuwerten - mit Erfolg. Das ehemalige Hafengelände direkt am Wasser aber lag bisher brach. Einige große Skulpturen wurden aufgestellt, Pleinair-Arbeiten von Bildhauern, die in Groß Neuendorf zu Gast waren. Aber sonst passierte wenig um den ehemaligen Verladeturm herum.

Das ändert sich gerade. ABM-Kräfte haben die alten Gleisanlagen der Oderbruchbahn wieder freigelegt, auf denen seit einigen Tagen ein maroder Eisenbahnwaggon aus den 50er Jahren steht. Vier weitere solcher Waggons sollen bald folgen.

Damit nimmt eine Idee Form an, die Wolfgang Skor, der Geschäftsführer der Deutsch-Polnischen Regionalentwicklung (DePoRE) Letschins Bürgermeister Michael Böttcher am 27. Dezember 2007 vorgeschlagen hat. In dem Brief erklärte Skor, dass die DePoRE in einer Aufwertung des Hafens Chancen für die weitere positive Entwicklung des Tourismusstandortes Groß Neuendorf sieht. Und weil auf dem unter Denkmalschutz stehenden Hafengelände aus verschiedenen Gründen keine zusätzlichen Gebäude errichtet werden dürfen, schlug Skor vor, alte Eisenbahnwaggons, die an die Oderbruchbahn und die ehemalige Nutzung des Hafengeländes als Umschlagplatz erinnern, auf die noch vorhandenen Gleise zu stellen, um in diesen Wagen zusätzliche touristische Angebote zu schaffen.

Die Letschiner Gemeindevertretung fasste am 21. Februar einstimmig einen Grundsatzbeschluss zum touristischen Ausbau des Groß Neuendorfer Hafengeländes, der sich an das Konzept der DePoRE anlehnte. Dabei verständigten sich die Abgeordneten und die Gemeindeverwaltung darauf, dass die Aufwertung des Hafengeländes aber nicht von der Gemeinde getragen werden kann, sondern dass das private Investoren übernehmen müssen. Die Gemeinde, betonte Böttcher immer wieder, stelle nur die Fläche zur Verfügung.

Ein privater Investor hat sich nun gefunden. Auch wenn der Letschiner Bürgermeister keine Namen nennen wollte, so war zu erfahren, dass Jens Plate, der Eigentümer des ehemaligen Verladeturmes, die fünf maroden Waggons gekauft und deren Transport finanziert haben soll.

Aufgearbeitet werden die Wagen über eine vom Arbeitsamt geförderte Maßnahme der Arbeitsinitiative Letschin. Dafür dürfen die Waggons zwölf Jahre nicht gewerblich genutzt werden, erklärte Karin Rindfleisch, die Vorsitzende des Landfrauenvereins. Sie und auch Böttcher rechnen damit, dass es mindestens ein Jahr dauert, bis die mehr als 50 Jahre alten Wagen, die auf dem Bahnhof in Frankfurt langsam verrotteten, aufgearbeitet sind.

Wie sie später genutzt werden, wird zurzeit diskutiert. Als sich Vertreter der Gemeindeverwaltung vor einigen Tagen mit den touristischen Leistungsanbietern Groß Neuendorfs zu einem der seit diesem Jahr regelmäßig stattfindenden Tourismus-Gespräche trafen, war unter anderem von einem Info-Punkt die Rede. "Wir können uns auch eine Ausstellung über die Geschichte der Oderbruchbahn vorstellen", sagte Karin Rindfleisch, "die den Bezug zu den historischen Fotos vom Hafengelände herstellen möchte, die im Verladeturm gezeigt werden." Genauere Vorstellungen existieren noch nicht. "Wir sind mitten in der Ideenfindung", sagte Böttcher. "Unsere Bürger sind eingeladen, sich daran zu beteiligen und ihre Vorstellungen mit einzubringen", betonte Karin Rindfleisch. Eines steht auf jeden Fall fest. Zu einem Imbissstand wird keiner der Waggons umgebaut. Die gastronomische Versorgung ist in Groß Neuendorf abgesichert. Nicht zuletzt deshalb ist Manthe nicht der einzige touristische Leistungsanbieter des Ortes, der die Aufwertung des Hafengeländes ausdrücklich begrüßt.

Was die Holzskulpturen betrifft, die wegen der Waggons abgebaut und achtlos an den Deichfuß gelegt wurden, sie sollen nach Böttchers Aussagen im Hafen wieder Platz finden, wenn alle fünf Eisenbahnwagen stehen.

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