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Nadelöhr der Ostbahnstrecke verschwindet

Ines Rath / 21.05.2010, 18:31 Uhr
Seelow (In House) Es gibt grünes Licht für die Beseitigung des Ostbahn-Nadelöhrs zwischen Rehfelde und Strausberg. Die Nachricht, die Tausende Berlin-Pendler aus Ostbrandenburg freuen dürfte, verkündete der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) Hans-Werner Franz am Freitag auf der VBB-Regionalkonferenz in Seelow.

Bislang müssen die Züge der Ostbahn am Bahnhof Rehfelde zehn Minuten auf den Gegenzug warten. Denn bis dahin ist die Strecke nur eingleisig. Nun soll der zehn Kilometer lange Abschnitt zwischen Rehfelde und Strausberg zweigleisig ausgebaut werden. Wenn alles glatt geht, könnte die Ostbahn Anfang 2013 durchrollen. Die Fahrzeit würde sich, auch im Zusammenhang mit dem Ausbau der Strecke für Geschwindigkeiten bis Tempo 120, um 20 Minuten verkürzen. Für die Strecke von Berlin nach Küstrin bräuchte man dann noch etwa eine Stunde.

Vor den Vertretern aus Städten und Gemeinden, Landkreisen und Anbietern im öffentlichen Personennahverkehr kritisierte Hans-Werner Franz auf der VBB-Regionalkonferenz in scharfer Weise die Konzernführung der Deutschen Bahn. Diese ziehe aus den „Gebühren für Infrastruktur-Leistungen jährlich rund eine Milliarde Euro Gewinn ab“ und verwende diese für andere Zweige im Konzern. Der VBB-Geschäftsführer bezeichnete dies als „nicht akzeptabel“.

Die Bundesregierung habe sich laut Koalitionsvertrag zwar vorgenommen, diese Praxis zu ändern, aber bislang noch „keine Strategie dafür erkennen lassen“, sagte Franz.

Mit Freude vernahmen vor allem die Vertreter aus dem Landkreis Märkisch-Oderland die Ankündigung des Vertreters der Bahn, Carsten Dörnbrack, dass die S-Bahnstrecke nach Strausberg-Nord bis zum Fahrplanwechsel 2012/13 im 20-Minuten-Takt bedient werden soll. Die Strecke zwischen Strausberg-Vorstadt und Strausberg-Nord ist die einzige im gesamten S-Bahn-Netz, die noch im 40-Minuten-Takt bedient wird.

Für DB Regio kündigte Renado Kropp an, dass der Flughafenexpress zum neuen BBI im November 2011 starten soll. Veränderungen wird es ein Jahr darauf auch beim RE 1 geben. Er soll in Spitzenzeiten von Frankfurt (Oder) als Expresszug über Eisenhüttenstadt und Guben nach Cottbus weitergeführt werden.

Dass 2009 trotz der Krise für den Verkehrsverbund ein gutes Jahr war, machte Geschäftsführer Hans-Werner Franz unter anderem an den Fahrgeldeinnahmen deutlich: Diese überstiegen im Vorjahr erstmals die Eine-Milliarde-Euro-Grenze. Zum Erfolg hätten unter anderem attraktive neue Angebote wie das VBB-Abo 65plus für ältere Fahrgäste beigetragen, das mehr als 21 Millionen Euro Einnahmen brachte, so Franz. Derzeit gibt es fast 66 000 VBB-Abo-Kunden.

Den Start für die ersten elektronischen Tickets kündigte der VBB-Chef für den 1. April 2011 an. Zuerst werde es die Tickets für Abonnenten, Schüler und Firmen in Berlin, Frankfurt (Oder), Potsdam und Brandenburg an der Havel geben, so Hans-Werner Franz.

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Grenzgänger 25.05.2010 - 07:31:46

RE 11

Es dreht sich nicht alles nur um Berlin. Wenn die Bahn auch eiin ordentliches Nahverkehrsangebot in der Fläche vorhalten will, dann gehört dazu auch der RE 1 bzw. RE11. Wer jetzt von Frankfurt (Oder) in Richtung Cottbus fährt, fühlt sich als Reisender zweiter Klasse. Alte, unklimatisierte Waggons sind das eine. Das andere Übel ist, dass der RE 11 derzeit an jedem Unterwegsbahnhof, wie es bei der Bahn so schön heißt, hält. Ich begrüße, dass die Bahn hier umdenkt und das Modell vom RE 1 übenehmen will, der im halbstündlichen Wechsel kleinere Bahnhöfe zwischen Frankfurt und Berlin bedient und so den Namen Express verdient. Wenn der RE 11 also angeblich nachfrageschwach ist, was ich so nicht bestätigen kann, liegt das vielleicht auch am Angebot der Bahn selbst. Wenn ab 2012 der RE 11 zum Express wird und die Bahn neue, modernere Züge einsetzt, wird die Verbindung auch attraktiver.

Gufra 22.05.2010 - 08:45:09

Ostbahn, Oder-Neisse-Spree Express

Auf der einen Seite ein sehr erfreulich Meldung das die Ostbahn endlich das zweite Gleis bekommen soll. Unverständlich für mich, das der Nachfrageschwachen Abschnitt Eisenhüttenstadt - Guben - Cottbus der RE1/11 noch Verstärkerzüge in Richtung Berlin bekommen soll. Hier sollte man vielleicht versuchen durch eine zweistündlich wechselnde Direktverbindung nach Leipzig und Berlin diesen Abschnitt aufzuwerten.

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