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Deutschland und Russland wollen Zusammenarbeit stärken

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der russische Präsident Wladimir Putin bei der Begrüßung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der russische Präsident Wladimir Putin bei der Begrüßung. © Foto: dapd
01.06.2012, 16:34 Uhr
Berlin (DPA) Deutschland und Russland wollen ihre Beziehungen nach dem Machtwechsel in Moskau weiter ausbauen. Das erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin am Freitag beim Antrittsbesuch des neuen Kreml-Chefs in Berlin. Beide hoben dabei insbesondere die wirtschaftliche Zusammenarbeit hervor, Merkel mahnte indirekt aber auch demokratische Reformen an. Beide vereinbarten, die deutsch-russischen Regierungskonsultationen im Oktober im russischen Kasan fortzusetzen.

Nach Spekulationen über Spannungen zwischen Putin und Merkel im Vorfeld des Besuches waren beide bemüht, ihre künftige Zusammenarbeit als sachorientiert und professionell darzustellen. Merkel wertete es als Beweis der "sehr intensiven und guten freundschaftlichen Beziehungen", dass eine seiner ersten Auslandsreisen Putin nach Berlin geführt habe.

Die wirtschaftlichen Beziehungen entwickelten sich sehr hervorragend, betonten beide. Die gelte nicht nur für die Modernisierung der russischen Industrie, sondern auch für die Kooperation im Rohstoffbereich, wie die Erdgaspipeline Nordstream zeige, sagte Merkel.

Allein von 2010 auf 2011 habe das Handelsvolumen um 29 Prozent zugenommen. Laut Putin belief sich das Volumen auf knapp 72 Milliarden US-Dollar. Russland werde 2013 außerdem die G20-Präsidentschaft übernehmen, was eine enge Zusammenarbeit auch im internationalen Bereich bedeute, sagte Merkel.

Thema sei aber auch die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Russland gewesen, sagte Merkel. "Ich habe von meiner Seite aus deutlich gemacht, dass wir alles Interesse daran haben, dass die demokratische Vielfalt in Russland sich auch weiter entwickeln kann, weil nur so aus meiner Erfahrung heraus auch eine wirklich kräftige Zivilgesellschaft, die die Entwicklung des Landes unterstützt, entstehen kann."

Merkel hatte Putin zuvor mit militärischen Ehren im Kanzleramt empfangen. Beide begrüßten sich mit Wangenküssen - eine Geste, auf die der französische Präsident François Hollande bei seinem Antrittsbesuch in Berlin verzichtet hatte. Vor dem Kanzleramt standen einige Dutzend Demonstranten, die Syrien-Flaggen und Transparente mit der Aufschrift wie "Putin ist nicht legitim" hochhielten. Der Empfang des Kreml-Chefs wurde aus der Ferne von Pfiffen und Anti-Putin-Parolen begleitet.

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