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Kontra Abriss Alte Schule

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Elke Schlegelmilch / 27.05.2010, 20:13 Uhr
Woltersdorf (In House) Es wäre verantwortungslos, die über Jahrhunderte gewachsenen Strukturen im Ortszentrum zu beseitigen. Das ist der Standpunkt des Woltersdorfer Verschönerungsvereins zu der Option, die der Hauptausschuss seit seiner jüngsten Sitzung offenhält: den möglichen Abriss der Alten Schule.

Wie berichtet, hatte sich der Hauptausschuss auf Vorschlag seines Vorsitzenden Wolfgang Stock (CDU) mehrheitlich dafür ausgesprochen, alles noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Das schließt auch die Offerte ein, die sanierungsbedürftige Alte Schule abzureißen, anstatt sie, wie seit 2008 geplant, mit Förder- und Eigenmitteln auszubauen – zum sozio-kulturellen Zentrum samt neu gestaltetem Heimatmuseum.

Gegen diese Option spricht sich jetzt vehement der Woltersdorfer Verschönerungsverein aus. In einem offenen Brief an Bürgermeister Rainer Vogel, alle Fraktionsvorsitzenden sowie die Vorsitzende der Gemeindevertretung heißt es mit Bezug auf die Kommunalwahlen 2008: „Die aktuellen Bestrebungen von CDU, SPD und Woltersdorfer Bürgerforum hinsichtlich eines möglichen Abrisses der Alten Schule widersprechen unseres Erachtens eklatant den damaligen Wahlversprechen.“

Für die Unterzeichner des offenen Briefs, den achtköpfigen Vorstand und zehn weitere aktive Mitglieder des Verschönerungsvereins „gibt es zur Sanierung der Alten Schule und zu ihrem Ausbau zum Bürgerhaus und Museum keine Alternative“. Auch nicht die zwischenzeitlich dem Verschönerungsverein als mögliche Museumsräume angebotenen, eventuell frei werdenden Räumlichkeiten neben dem Rathaus, nach Information der MOZ waren dabei der Seniorenklub und Räume im Neubaukomplex neben dem Rathaus im Gespräch.

Der Woltersdorfer Bürgermeister Dr. Rainer Vogel gehört, wie berichtet, nach wie vor zu den Befürwortern des Projekts Alte Schule. Er plädiert für Sanierung und Umbau sowie die Nutzung als Begegnungszentrum für Jung und Alt, einschließlich Heimatmuseum. Und nicht nur das: Vogel hat in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung für Änderungen des Planungsentwurfs für die Alte Schule geworben. Bislang war vorgesehen, das Gebäude neben der Kirche von Grund auf zu renovieren. Auffälligste Neuerung sollte ein verglaster Turm an der Giebelseite zum Markt sein, in dem die vorgeschriebene Feuertreppe und ein Fahrstuhl untergebracht werden sollten. Die Idee von Vogel war, das Gebäude stärker nach außen zu öffnen. Im neuen Entwurf ist nun zum Markt hin der Einbau größerer, bis zum Boden reichender Fenster vorgesehen. Der Glasturm, mit Feuertreppe und Aufzug, soll in abgespeckter Form installiert werden.

Für heute Abend lädt der Bürgermeister die Woltersdorfer, ab 19 Uhr, zum Bürgertreff ins Café Hummelchen ein, um mit allen Interessierten über ein tragfähiges Nutzungskonzept, über eine mögliche Trägerschaft bzw. Betreiber für das soziokulturellen Zentrum im Erdgeschoss der Alten Schule ins Gespräch zu kommen.

Vogel will dort auch ein Nutzungskonzept vorstellen, das, wie er sagt – mit Zahlen unterlegt – auch Aussagen zu den Betriebskosten enthalte. „Da fließen Erfahrungen mit ein, die ich vor Jahren gemacht habe, als ich mich für den Aufbau eines Selbsthilfe-Projekts in Schöneberg-Friedenau engagiert habe.“ Das „Komm rum“ gebe es heute noch, inzwischen mit über 20 Mitarbeitern.

„Meine Idee für die Alte Schule ist, dass sich die verschiedenen Nutzer – Gruppen, Vereine und Einzelpersonen – zu einer Art Trägerverein oder Dachverband zusammentun“, sagte Vogel gestern auf MOZ-Nachfrage. Sowohl die Ortsgruppe der Volkssolidarität, als auch der Verschönerungsverein, hätten ebenso wie der EC-Jugendklub Oase und das christliche Familienzentrum bereits Interesse signalisiert. Mit Blick auf den Bürgertreff heute Abend wünscht sich Vogel viele Interessierte, die auch bereit sind, sich einzubringen.

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Dr. Eberhard Rechenberg 31.05.2010 - 23:19:58

Projekt "Alte Schule" Woltersdorf

Projekt "Alte Schule" Woltersdorf Das wichtigste Wahlversprechen eines Abgeordneten scheint mir, seinem Gemeinwesen sachlich, objektiv und frei von persönlichen Animositäten zu dienen. Diese Haltung vermisse ich zur Zeit bei einem Teil der Woltersdorfer Gemeindevertreter. Für mein Empfinden betreiben die Fraktionen von CDU, SPD und WBF (oder nur ihre Vorsitzenden?) eine Fundamentalopposition gegenüber dem neuen Bürgermeister (und damit auch gegenüber der Mehrheit der Woltersdorfer, die diesen wählten). Nur so kann ich die völlige Kehrtwendung bei einem Projekt verstehen, das sie über Jahre vorangetrieben haben (Alte Schule). Wo bleibt die Erklärung ihres Verhaltens gegenüber den Wählern, die 2008 diesen Abgeordneten ihr Vertrauen aussprachen? Gemeindevertreter, die mit dem gewählten Bürgermeister nicht konstruktiv zusammenarbeiten können oder wollen, sollten m.E. ihr Mandat zurückgeben. Dr. Eberhard Rechenberg, Woltersdorf

max 28.05.2010 - 10:11:14

alte schule muss erhalten bleiben

ist man denn in woltersdorf von allen guten geistern verlassen? die schule gehört,wie kirche und rathaus zum ortskern und darf nicht abgerissen werden.wenn man nur will,kann man bestimmt gute nutzungs-u. sanierungskonzepte entwickeln.die auch nachhaltig bestand haben. was ind das für negative kräfte ,die die schule platt machen wollen? denen gehört stark entgegenzutreten. das meint ein eh. woltersdorfer,der immer noch einen koffer in woltersdorf hat.

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