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Äpfel aus dem Samaritergarten

Garten mit Weitblick: Uwe Thürnagel und Pfarrer Justus Werdin von der Kirchengemeinde Greiffenberg beraten mit Jan Noack den Pflegevertrag für die Streuobstwiese.
Garten mit Weitblick: Uwe Thürnagel und Pfarrer Justus Werdin von der Kirchengemeinde Greiffenberg beraten mit Jan Noack den Pflegevertrag für die Streuobstwiese. © Foto: MOZ
Daniela Windolff / 28.05.2010, 07:55 Uhr
Greiffenberg (In House) Als kleines Paradies ergrünt der Greiffenberger Pfarrgarten wieder neu. In den vergangenen Wochen wurde das verwilderte große Gelände hinter der Kirche und der Gemeindescheune mit vielen fleißigen Helfern wieder urbar gemacht. Hier entsteht ein Samaritergarten, der Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, wieder eine Aufgabe und Erfüllung geben soll und zugleich das traditionelle und ökologische Gärtnern, die Selbstvermarktung und Verarbeitung von geernteten Früchten nach alter Tradition kultivieren und Kindern und Jugendlichen nahe bringen will.

Abseits von Straßenlärm und Alltagshektik gedeihen Ruhe und Beschaulichkeit im weiten, hügeligen Grün des Pfarrgartens. Hinter der Greiffenberger Kirche breiten junge Apfel- und Birnenbäume ihre zarten Äste aus, sprießen Kohlrabi und Möhren aus dem gepflügten Kirchenacker.

Kirchengemeinde und Diakonisches Werk haben aus dem verwilderten Pfarrgarten auf insgesamt 15 000 Quadratmetern einen paradiesischen Samaritergarten gestaltet, der Menschen Beschäftigung und Nahrung geben, Wissen verbreiten und alte Traditionen bewahren helfen soll. „Das Projekt vereint Wohltätigkeit und Umweltbildung in einem“, erklärt Pfarrer Justus Werdin. Langzeitarbeitslose, Menschen mit Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen finden hier bei der Gartenarbeit eine sinnvolle Aufgabe und Bestätigung. Sie kümmern sich um die Pflege des Gartens, jäten Unkraut, ziehen Gemüse, hacken Kartoffeln, ernten Obst, erleben das Wachsen und Vergehen. Das geerntete Obst und Gemüse wird für die Angermünder Tafel gespendet, beziehungsweise in der Küche der Gemeindescheune gemeinsam mit Kindern zu Marmelade, Most oder Kuchen verarbeitet.

In Kooperation zwischen Kirchengemeinde und Landschaftspflegeverband wurde eine Streuobstwiese angelegt, deren Pflege und Baumschnitt vom Landschaftspflegeverband fachlich betreut wird. Einheimische alte Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Quitten, Kirschen oder Aprikosen sollen hier gedeihen.

Finanziert wird dieses Teilprojekt des Samaritergartens mit Geldern des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. „Streuobstwiesen dienen auch dem Naturschutz und Artenerhalt und der Umweltbildung mit Kindern, die hier Kreisläufe der Natur und traditionelle Gartenkultur erleben können“, sagt Jan Noack, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Uckermark-Schorfheide (LPV). Geplant ist außerdem eine kleine Imkerei im Samaritergarten aufzubauen, um die natürliche Bestäubung der Obstbäume zu sichern und die Honigverarbeitung erlebbar zu machen.

Ein ähnliches Kooperationsprojekt gibt es bereits mit dem Jugendökohof in Crussow. Hier wurde auf 4000 Quadratmetern ebenfalls unter fachlicher Anleitung des LPV gemeinsam mit Jugendlichen, die durch das Förderprogramm U 25 beim Jugendökohof beschäftigt waren, eine Streuobstwiese gepflanzt sowie als Ausgleichsmaßnahme für Straßenbauarbeiten auch mit diesen Jugendlichen eine Wildbeerenhecke angelegt. Weitere Projekte sind geplant, um für den Naturschutzwert von Streuobstwiesen zu sensibilisieren.

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