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Vier Tonnen Akten täglich

Alles an seinen Platz: Steffen Hartmann sortiert Akten der Staatsanwaltschaft in ein Hebeschubrollregal.
Alles an seinen Platz: Steffen Hartmann sortiert Akten der Staatsanwaltschaft in ein Hebeschubrollregal. © Foto: Dietmar Horn/MOZ
Annette Herold / 02.06.2010, 08:25 Uhr
Frankfurt (In House) Ein markantes Haus im Zentrum der Stadt wird wieder genutzt: Dieser Tage ziehen Staatsanwaltschaft, soziale Dienste der Justiz und das Verwaltungsgericht in das modernisierte Gerichtsgebäude an der Logenstraße. Die Staatsanwaltschaft verfügt über den größten Teil des Hauses.

Gleich neben dem Eingang der Staatsanwaltschaft hat die Wachtmeisterei sich eingerichtet: Von den Räumlichkeiten im Erdgeschoss aus wird der gesamte Postverkehr der Hauses inklusive der Nebenstellen koordiniert, wie Staatsanwalt Michael Neff berichtet. „Unsere Wachtmeister haben einmal ausgerechnet, das hier täglich eine Tonne Akten bewegt werden.“ Im ganzen Haus seien es geschätzte vier Tonnen pro Tag.

Die Wachtmeister verteilen die Post über den nun von der Staatsanwalt genutzten Teil des Hauses, der etwa zwei Drittel des Gebäudes ausmacht. In diesen Räumlichkeiten war bis zu seinem Umzug an den Stadtrand vor fünf Jahren das Frankfurter Landgericht untergebracht. Für die bisher im Oderturm eingemietete Staatsanwaltschaft bringe der Umzug diverse Vorteile mit sich, sagt Michael Neff, der den Umzug gemeinsam mit dem Geschäftsleiter der Behörde, Rolf Offermann koordiniert hat und in den Sachbearbeitern Gabriele Treffke und Frank Papenfuß engagierte Unterstützer hatte. Dazu zähle, dass das bislang teilweise in Räumen auf dem Gelände der Hauptpost untergebrachte Archiv nun zentral im modernisierten Gebäude Platz finde. „Wir verfügen nun endlich auch über einen eigenen Konferenzraum“, sagt der Staatsanwalt. „Bisher haben wir immer den des Verwaltungsgerichts nutzen müssen.“

Das Gericht – bisher auch im Oderturm ansässig – ist dieser Tage mit dem Umzug beschäftigt. Am Montag wird die Behörde wieder nach und nach ihre Arbeit in den neuen Räumen aufnehmen, wie Sprecher Albert Jes Möller berichtet. Mit der Wiedereröffnung der Bibliothek des Verwaltungsgerichts soll der Umzug komplett abgeschlossen sein.

Lange vor der für Herbst geplanten offiziellen Eröffnung des Hauses wird damit wieder Normalität in dem Haus herrschen. Die einstigen Verhandlungssäle werden zu Büros umgebaut. Was der Staatsanwalt dazu aufzählt, sind Eckdaten eines großen Behördenumzugs: Neben den Akten über in Frankfurt anhängige (rund 1500 laufende Meter) oder abgeschlossene (rund 4000 laufende Meter) Strafverfahren seien unter anderem 200 Kubikmeter Regale bewegt worden. Hinzu kamen 620 Kubikmeter Mobiliar, gefertigt von Straftätern, die in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel einsitzen. Aus der dortigen Möbeltischlerei seien die neuen, ergonomisch geformten Schreibtische der Staatsanwaltschaft, berichtet Michael Neff.

Noch hat das Haus, dessen Modernisierung und Sanierung mit 13,9 Millionen Euro veranschlagt worden ist, keinen Namen. Doch es gibt Vorstellungen: „Justizzentrum Innenstadt“ wäre eine gute Bezeichnung, finden Rolf Offermann und Michael Neff.

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Pesorger Pürger 03.06.2010 - 13:28:35

Fortschritt?

Und damit ist der erste Schritt für die demnächst größte Bauruine Frankfurts - den Oderturm - erfolgt. Wer soll die leergezogenen Räumlichkeiten der Staatsanwaltschaft und des Verwaltungsgerichts jetzt denn nutzen. Welche Perspektiven gibt es, die Innenstadt Frankfurts tatsächlich auch für Handel- und Gewerbetreibende attraktiver zu machen? Justizzentrum Innenstadt mag zwar in den Augen der Herren Neff und Offermann durchaus melodiös klingen - an der Realität gehen die Kommentare und Aussagen jedoch vorbei. Eine Innenstadt wird es bald in Frankfurt nicht - mehr - geben.

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