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Vater löscht Familie aus

Familiendrama: In  Himmelstadt (Unterfranken) erschoss ein Familienvater zuerst seine Frau und später im tschechischen Eger (Cheb) seine Kinder und sich selbst.
Familiendrama: In Himmelstadt (Unterfranken) erschoss ein Familienvater zuerst seine Frau und später im tschechischen Eger (Cheb) seine Kinder und sich selbst. © Foto: dpa
02.06.2010, 15:22 Uhr
Himmelstadt/Würzburg (DPA) Für ein blutiges Familiendrama in Franken mit vier Toten haben die Ermittler am Mittwoch weiter keine Erklärung gehabt. Ein 39 Jahre alter Familienvater hatte am Montag in Himmelstadt bei Karlstadt zuerst seine Frau getötet und war dann mit seinen Kindern nach Tschechien geflüchtet. Dort hatte der Mann seine sieben und fünf Jahre alten Jungen und sich selbst erschossen.

Warum? Das wissen die Ermittler auch zwei Tage nach der Bluttat noch nicht – oder wollten es nicht sagen. „Es ist bekannt, dass die Ehe wohl zerrüttet war“, erläuterte Kriminaloberrat Hartmut Fertig in Würzburg. „Ein Abschiedsbrief ist bislang nicht gefunden worden.“ Ob die Familie Schulden hatte, Eifersucht eine Rolle spielte oder der Mann seine von ihm getrenntlebende Frau zurückwollte - das müssen die Polizisten herausfinden.

Am Dienstagmorgen hatte der Mann an Freunde eine SMS verschickt und seinen Tod angekündigt. Seine zehn Jahre jüngere Frau lag zu dieser Zeit bereits erschossen in einem Haus in Himmelstadt. Zu einem unbekannten Zeitpunkt nach der SMS tötete der Unternehmer seine Jungen und sich selbst.

Der 39-Jährige verkaufte Systeme für die Gebäudereinigung. „Die Ehefrau war in seiner Firma angestellt“, sagte Fertig. Nach der Trennung zog die Frau aus Thüringen in eine eigene Wohnung. Die Jungen lebten abwechselnd bei Mama und Papa.    Wahrscheinlich war die Tat detailliert geplant. „Wir wissen, dass er seine Kinder am Montagvormittag aus dem Kindergarten abgeholt hat“, erläuterte der Kriminaloberrat. Den Betreuerinnen erzählte der 39-Jährige, die Oma sei krank. Niemand wurde misstrauisch.

Im tschechischen Eger kamen Vater und Söhne am Montagnachmittag an. „Die Kinder sind um 22.00 Uhr noch Fußball spielend auf dem Gang des Hotels gesehen worden“, berichtete Unterfrankens Polizeipräsidentin Liliane Matthes. Als ihr Vater die SMS verschickte, waren sie vermutlich schon tot.

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