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Neues Kraftwerk für Eisenhüttenstadt

02.06.2010, 18:10 Uhr
Eisenhüttenstadt (In House) Das größte luxemburgische Energieversorgungsunternehmen Enovos plant in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) den Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes zur Stromerzeugung. Als Brennstoff für die Anlage ist ausschließlich Erdgas vorgesehen, teilte Alex Michels vom Enovos-Management bei der Vorstellung des Projektes in Eisenhüttenstadt mit. Die Planung sieht zwei Kraftwerksblöcke vor. Einer würde 400 Millionen Euro kosten. Das Kraftwerk, das in direkter Nachbarschaft zum Stahlerzeuger ArcelorMittal auf einem etwa zwölf Hektar großen Areal entstehen soll, wird insgesamt eine elektrische Leistung von 900 bis 950 Megawatt haben. Frühestens Ende 2013 könnte die Anlage in Betrieb gehen, erklärte Michels. Insgesamt sollen 32 Arbeitsplätze entstehen.

Hauptabnehmer wäre Gazprom. Der russische Erdgas-Gigant ist Enovos zufolge zwar kein Investor, werde aber das notwendige Gas liefern und schließlich Strom abnehmen. Und damit in Deutschland erstmals ins Stromgeschäft einsteigen. Bereits 2007 fiel der Name Gazprom im Zusammenhang mit einem Gasturbinenkraftwerk in Eisenhüttenstadt. Damals wollte man gemeinsam mit dem luxemburgischen Versorger Soteg in ein solches Vorhaben investieren. Dieses wurde vor einem Jahr laut der Gazprom Germania GmbH durch die Finanzkrise gestoppt. Und wurde nun laut Michels durch den Soteg-Nachfolger Enovos wieder aufgenommen.

Der endgültige Investitionsentscheid über das neue Kraftwerk wird im April 2011 fallen. „Wenn wir das Geld zusammenbekommen, bauen wir beide Blöcke“, versicherte Michels. Der Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist bereits gestellt, die Enovos Eisenhüttenstadt GmbH & Co.KG gegründet.

Einer der Gründe, warum man sich für Eisenhüttenstadt entschieden hat, heißt ArcelorMittal. Der Stahlkonzern ist zu 25 Prozent an Enovos beteiligt und hinter dem luxemburgischen Staat (28 Prozent) größter Anteilseigner. Auch E.ON und RWE tauchen in der Beteiligungsliste auf. Enovos agiert europaweit und ist 2009 durch die Fusion der luxemburgischen Firmen Cegedel (Strom) und Soteg (Gas) sowie der saarländischen Saar Ferngas entstanden.

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Rudolf 03.06.2010 - 16:34:07

Erdgas viel zu schade zum Verstromen

Erdgas ist doch ein viel zu wertvoller Energieträger, um ihn einfach in großen Kraftwerken zu verheizen. Man sollte die begrenzten Erdgasvorräte bevorzugt dazu verwenden, um sid dort einzusetzen, wo es Sinn macht bei der Hausheizung, in kleinen Blockheizkraftwerken oder für die Mobilität (Erdgasfahrzeuge). Großkraftwerke können auch wirtschaftlich und umweltfreundlich mit Brennstoffen betreben werden, die einer aufwändigeren Nachreinigung bedürfen, d.h. vor allem Kohle. Oder mit Kernkraftwerken.

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