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Eiszeitgarten eröffnet

AZIMMERMANNN / 09.08.2008, 08:01 Uhr
Buckow Doppelt hält besser: Der Buckower Eiszeitgarten wurde am Donnerstagnachmittag offiziell eröffnet. Eine erste Einweihung hatte es bereits im vergangenen Jahr im Beisein des Brandenburgischen Umweltministers Dietmar Woidke gegeben.

Die zweite Einweihung war einleuchtend: Zwar wurde der Eiszeitgarten bereits 2006/2007 soweit angelegt und auch von Besuchern angenommen, doch erst in den vergangenen Wochen um großformatige Infotafeln ergänzt. Auf diesen kann man sich nun über die Eiszeiten, die Herkunft und den Transport der Steine sowie deren Gestaltung durch Eis, Wind und Künstlerhand informieren. Schließlich liegt Buckow in einer von mehreren Eiszeiten geprägten Re­gion. Das Areal an der Bu­ckowseepromenade, einst Kuranlage und auch als Lunapark bekannt, ist allerdings künstlich geschaffen worden.

Der Ihlower Landschaftsarchitekt Uwe Steinkamp hat dort seine Handschrift hinterlassen. Und so ist eine eiszeitlich geprägte Landschaft im Miniformat entstanden - mit Schmelzwasserrinnen, Geröllhalden und der groben "Blockpackung", in der die bis zu 1750 Millionen Jahre alten Findlinge angeordnet sind.

Letztere, auch in der Skizze eines Faltblatts entsprechend eingetragen, sorgte bei der Eröffnung für Heiterkeit, erinnerte sie doch an Buckows amtierenden Bürgermeister Dr. Peter-Alexander Block, der sich immer wieder für das Vorhaben stark gemacht und nach Sponsoren gesucht hatte.

Zu diesen hätte sich Rainer Bradtke von der Agrar & Marketing Gesellschaft "Märkische Schweiz" gern gezählt. Seinen Einsatz wollte er aber nicht gelten lassen: "Unsere Technik hat leider nicht gereicht, um einen der gewünschten Findlinge in den Eiszeitgarten zu bringen."

Die Größten sind zwischen 500 Kilogramm und 11,2 Tonnen schwer und stammen aus dem Steinlagerplatz des Tagebaus Welzow-Süd. Der Energiekonzern Vattenfall hatte sie gespendet und auch den Transport übernommen. Trotzdem klang im Beisein unter anderem auch des Beigeordneten des Landrats Rainer Schinkel, Amtsdirektor Rolf-Dietrich Dammann und Naturparkleiter Dr. Meinhard Ott immer wieder durch, mit welchen Schwierigkeiten insbesondere finanzieller Art bei solchen Projekten zu kämpfen ist. So gerate häufig in den Hintergrund, dass Beteiligte in der Re­gion ja auch von irgendetwas leben müssen und Sponsoring deshalb seine Grenzen habe.

Der Dank galt an diesem Tag ebenfalls den engagierten Fachleuten, allen voran der Geologe Johannes Schroeder und seine Mitarbeiter von der TU Berlin, die die Erläuterungen für die großen Infotafeln zusammengetragen haben. Schroeders Erklärungen zur Eröffnung gerieten zu einer sehr unterhaltsamen kleinen Vorlesung und ließen den Wunsch nach weiteren Führungen aufkommen.

Mitglieder des Arbeitskreises Geopark freuten sich unterdessen über auf den Steinen kletternde Kinder: "Das machen unsere auch immer. Der Eiszeitgarten ist zum Anfassen da. Zwischen Brecht-Weigel-Haus und Minigolf-Anlage liegt dieser kostenlose Anziehungspunkt für Familien geradezu ideal."

Das Faltblatt über den Eiszeitgarten ist unter anderem im Kultur- und Tourismusamt Märkische Schweiz in Buckow erhältlich. An verschiedenen Stellen der Stadt machen von Uwe Steinkamp auch besonders gestaltete Wegweiser auf die neue Attraktion aufmerksam. Der Eiszeitgarten ist übrigens das erste realisierte Vorhaben des geplanten Geoparks Ostbrandenburg.

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