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Alles dreht sich um die Töpferscheibe

Joachim EGGERS / 11.06.2010, 08:43 Uhr
Fürstenwalde (In House) So viele Jubiläen zum 20-jährigen Bestehen – da wollte auch der CTA Kulturverein Nord nicht zurückstehen. Der Verein, dessen vielfältige Tätigkeit sich um die Töpferwerkstatt im Pintschring herum gruppiert, wird eben dort am 20. Juni vormittags einige Gäste einladen und am Nachmittag die Öffentlichkeit zu einem Tag der offenen Tür.

Wenn Ralf Ullrich, der Vorsitzende des Vereins, versucht zu überschlagen, wie viele Menschen wohl schon die Werkstatt betreten haben, überlegt er einige Zeit. „Die 100 000 haben wir bestimmt schon geknackt“, ist seine Antwort schließlich. Nahezu alle Schüler der Stadt dürften einmal da gewesen sein. Abgesehen davon tourt das Töpfermobil des Vereins durch den Landkreis, bis nach Schöneiche und Beeskow. Mit sechs Grundschulen hat der Verein zurzeit Kooperationsvereinbarungen im Ganztagsbereich. Außerdem unterhält der Verein zwei weitere Werkstätten, die im Saarow-Centrum und die in der Alten Schule in Friedland. Der Jugend- und Kultur-Tourismus wurde ein Schwerpunkt der Tätigkeit, sagt Ullrich. Da ergibt sich vieles aus dem Zusammenspiel mit dem Tourismusverein, dessen Vorsitzender Ullrich ebenfalls ist.

An eine solche Entwicklung war nicht zu denken, als der Verein sich am 20. Juni 1990 gründete, wenige Tage vor der Währungsunion. Ullrich weiß noch genau, dass er die Eintragung ins Vereinsregister seinerzeit in DDR-Mark entrichtete. Der Vereinsname zeugt bis heute von der Abstammung aus dem ehemaligen Chemie- und Tankanlagenbau, und Ullrich stellt den Kulturverein gern neben die SG Gaselan unter Klaus Runge – beide gingen aus dem gleichen Betrieb hervor und haben 20 Jahre überlebt.

Zur wechselvollen Geschichte des Kulturvereins, der jetzt sechs feste Mitarbeiter hat, gehören auch Betätigungsfelder, die aufgegeben worden sind – teils, weil sich daraus andere Gruppen oder Vereine gegründet haben wie die United Dancers. Ein anderes Beispiel ist die einstige Kinderbibliothek, die mit dem Neubau der Kulturfabrik und dem Einzug der Stadtbibliothek einfach überflüssig wurde. Die Bestände gingen an die 4. Grundschule.

Zu den wichtigen Handlungsfeldern des Vereins gehört noch der alljährliche September-Kunstmarkt in Bad Saarow. Auch künftig wird sich das Vereinsleben stark um die Töpferscheibe drehen – die Werkstatt im Pintschring ist laut Ullrich die größte ihrer Art in Brandenburg und Berlin. Die Sinnlichkeit des Töpferns, sagt der Chef, ist immer noch ein gutes Gegengewicht zu den vielen Computern, die die Menschen heute umgeben.

Das Domizil im Pintschring ist zwar ideal geeignet. Aber weil ein Insolvenzverwalter die Hand darauf hat, passiert wenig. Der Kulturverein hat als einziger Nutzer die alten Fenster durch zusätzliche Holzfenster ergänzt, mit Fördermitteln aus dem Europäischen Sozialfonds. Ullrichs Wunsch wäre schon, an der Eigentums-Situation etwas zu ändern – konkrete Perspektiven dafür gibt es aber bisher nicht.

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