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Buntes Multikultiprogramm auf der Burg

Elke Lang / 15.06.2010, 07:09 Uhr
Storkow (In House) Am Sonntagabend nun war es soweit: Im Großen Saal der Burg Storkow lief die in der Presse groß angekündigte, durch den Landkreis mit 500 Euro geförderte multikulturelle Gala-Show über die Bühne. Es waren fast alle Plätze besetzt. Unter den Gästen befanden sich auch neun Mitglieder der Singgemeinschaft Storkow, und das nicht ohne Grund. Berna Kühne-Spicer, die diese Show des persischstämmigen Berliner Tenors und Veranstalters Djammi del Monte nach Storkow geholt hatte und selbst in ihr mitsang, ist „seit einigen Monaten ein sehr engagiertes Chormitglied, das schon solistische Aufgaben übertragen bekommen hat und ein Gewinn für uns ist“, erkennt die Leiterin Inka Hettfleisch an.

Und Berna, die sich hier Berna von Storkow nannte, um deutlich zu machen, dass sie unter den die Show bestreitenden Künstlern die Einheimische ist, hat nicht enttäuscht. Sie ist als im privaten Einzelunterricht ausgebildete Sopranistin von der Operette bis zum Kleszmer, zur aserbaidschanischen Azeri-Musik und zur schottischen Mouth Music sehr vielseitig. Von Bernas fünf Gesangsbeiträgen besonders begeistert hat die Chormitglieder der Vortrag des schottischen „Mund-Liedes“, wie die Übersetzung von Mouth Music lautet. „Das war perfekt, wirklich toll, auch wie sie dazu Trommel gespielt hat. Wir würden uns freuen, wenn wir das künftig in unser Chorprogramm einbauen könnten“, waren sich alle einig. Mit viel Beifall bedacht worden war auch die Uraufführung ihres liebevollen Storkow-Liedes, von dem sie sowohl Text als auch Melodie selbst geschrieben hatte.

Es waren schöne Leistungen in diesem Konzert zu erleben. Da war einmal der 13-jährige Aris vom Staats- und Dom-Chor Berlin, der das Ave Maria von Bach/Gounod gesungen hat. Zwei Musiker von Harry‘s Freilach mit Klarinette und Akkordeon boten typischen Klezmer und hebräische Lieder dar, darunter aus „Tewje der Milchmann“ das bekannte Lied „Wenn ich einmal reich wär’“. Die Klarinette schluchzte, lachte, hüpfte, überblies, und manche Stücke steigerten sich in ein schwindelerregendes Tempo. Das Publikum war begeistert. Auch die international zusammengesetzte aserbaidschanische Gruppe, darunter ein Deutscher, mit zwei Mandolinen, zwei Gitarren und Trommel kam gut an. Ebenfalls wohlwollend wurde die Tänzerin Esmeralda mit ihrem Bollywood-Tanz aufgenommen.

Nach der Pause gingen viele allerdings enttäuscht nach Hause. Grund war in erster Linie in Einheit mit katastrophalen Mängeln in Ton- und Lichttechnik die nichtprofessionelle Inszenierung. Berna Kühne-Spicer war anzusehen, dass ihr das peinlich war. Auch die Chormitglieder, die fast alle ausharrten, fragten sich ärgerlich: „Wie kann man so etwas eine Gala nennen? Es war kein Roter Faden drin, eigentlich Tingel-Tangel, ein Durcheinander, eine Zumutung für die Leute bei dem Eintrittspreis.“

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