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Wasserturm wird 
erneut versteigert

Frank Groneberg / 20.06.2010, 08:35 Uhr
Eisenhüttenstadt (In House) Der Wasserturm in Fürstenberg wird am Sonntag erneut auf einer Auktion in Berlin zur Versteigerung angeboten. Außerdem soll das Haus Eisenbahnstraße 2 im Bahnhofensemble einen neuen Eigentümer finden.

Wenn am Sonntag um 11 Uhr im „abba Berlin Hotel“ die Deutsche Grundstücksauktionen AG zum ersten Mal den berühmten Hammer heben lässt, steht ein Objekt auf der Liste, das die AG vor 14 Monaten schon einmal versteigert hatte: der Wasserturm in Fürstenberg. Für 11 500 Euro war das 34 Meter hohe Baudenkmal, das in diesem Jahr 80 Jahre alt wird, im April 2009 weggegangen – ersteigert von einem Unternehmer aus dem sächsischen Delitzsch. Als Ladenhüter galt der Turm damals nicht, denn das Mindestgebot lag bei nur 3000 Euro und mehrere Interessenten hatten sich für den Bau mit der Adresse Berliner Straße 1 interessiert, wie die letztlich erzielte Summe beweist.

Jetzt steht der Wasserturm erneut zum Verkauf. Auf Position 135 wird er laut dem Onlinekatalog der Auktionsgesellschaft aufgerufen. Das Mindestgebot für die Stahlskelettkonstruktion und das dazu gehörende 2155 Quadratmeter große Grundstück ist diesmal mit 6000 Euro doppelt so hoch wie 2009. Warum das Einzeldenkmal erneut seinen Besitzer wechseln muss, war vom Noch-Eigentümer am Freitag nicht zu erfahren. Laut Auk­tionskatalog wollte er den Turm, in dem sich u. a. ein Wasserbehälter aus Stahlbeton mit 350 Kubikmeter Fassungsvermögen befindet, zu einem Wohnhaus mit Gaststätte umbauen.

Vor dem Sachsen war Steffen Neumann aus Neuzelle Eigentümer des denkmalgeschützten Bauwerks gewesen. Der gebürtige Eisenhüttenstädter hatte es vor elf Jahren vom Trinkwasser- und Abwasserzweckverband (TAZV) Oderaue gekauft und mit einer Gesamtinvestition von einer Million Euro einen Gastronomie- und Pensionsbetrieb, ein Aussichtscafé mit offener Galerie und einen Biergarten schaffen wollen, aber die erhofften Fördermittel nicht bekommen.

Vor dem Wasserturm wird als Objekt Nummer 134 ein Teil des Eisenhüttenstädter Bahnhofensembles zur Versteigerung aufgerufen werden. Angeboten wird das Mehrfamilienhaus Eisenbahnstraße 2, das direkt an das Bahnhofsgebäude angrenzt. Laut Katalog ist das Haus komplett sanierungsbedürftig und denkmalgeschützt, das Mindestgebot für das Gebäude mit 468 Quadratmeter Nutzfläche (drei Wohnungen, eine Gewerbeeinheit) liegt denn auch nur bei 3000 Euro.

Das eigentliche Bahnhofsgebäude wurde bereits 2008 von der Deutsche Bahn AG an einen englischen Finanzinvestor verkauft. Warum das Wohnhaus separat veräußert werden soll, war beim Bundeseisenbahnvermögen – einer Bundesbehörde, die Bahn­immobilien vermarktet – am Freitag nicht zu erfahren.

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