Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Förderverein saniert Ringofen

© Foto: MOZ/Steffen Göttmann
steffen goettmann / 22.06.2010, 08:19 Uhr
Altglietzen (In House) Das Zieglertreffen des Fördervereins Hoffmannscher Ringofen1878 Altglietzen stand diesmal unter einem guten Stern. „Wir sind so weit vorangekommen, dass wir eine mündliche Förderzusage haben“, sagte Hans-Hermann Nürnberg, erster Vorsitzender des Fördervereins, stolz. Das Geld kommt aus den Förderprogrammen Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) und LEADER der Europäischen Union sowie vom Job-Center. Da gegenwärtig die Ausschreibungen für die Bauarbeiten laufen, wollte sich Nürnberg nicht über die Fördersumme äußern.

Der Ringofen in Altglietzen wurde 1878 gebaut und brannte 1986 zum letzten Mal. Er steht auf dem Gelände der Golem Kunst- und Baukeramik GmbH, deren Firmensitz sich in Sieversdorf befindet. Die Firma ist die letzte von einst 15 Ziegeleien in Altglietzen, die den Ton aus Gruben am Rande des Ortes gewonnen haben. Als sich der Ton erschöpfte, blieben auch die Ziegeleien auf der Strecke.

Auf dem Rasen vor dem Ofen hatten sich vor allem ehemalige Ziegler, aber auch interessierte Besucher zu Kaffee und Kuchen zusammengefunden. Der Bralitzer Bläserchor leitete das Treffen musikalisch ein. Das Vereinsmitglied Burkhard Irrgang aus Bad Freienwalde, der den Beruf des Zieglers erlernt hat, erinnerte mit einem Gedicht an ein aussterbendes Handwerk. Günter Riedel, Keramikingenieur, zitierte Zieglersprüche. Die Besucher konnten die Ausstellung und die Produktionsstätte der Golem GmbH besichtigen.

In Altglietzen würden nur Restaurierungsziegel für bestimmte Objekte gebrannt, sagte Geschäftsführer Tomas Grzimek. Zurzeit beispielsweise Verbindungsziegel für die Hamburger Landungsbrücken. Möglicherweise werde die Produktion auf Fliesen erweitert. In Altglietzen seien fünf Mitarbeiter beschäftigt. Die Produktion sei auf zehn bis 15 Jahre gesichert. Grzimek unterstützt den Förderverein, in dem er dem Vereinsvorsitzenden, der bei ihm beschäftigt ist, viel Zeit gibt, sich dem Erhalt des Ringofens zu widmen.

Mit der nun beginnenden Baumaßnahme soll die Statik des Ofens überarbeitet und das Fachwerk saniert werden. Oben entsteht rund um den ovalen Ofen ein Steg, auf dem die Museumsbesucher an Tafeln vorbeilaufen können. „Die Verbindung zwischen Ausstellung, Ofen und Produktion soll besser zu erkennen sein“, erklärte Nürnberg.

Ferner werde auch das Ausstellungsgebäude auf Vordermann gebracht. Dort könne sich künftig der Keramikzirkel präsentieren. Zudem seien Vorträge geplant. In einem weiteren Schritt will der Verein eine Brennkammer des Ofens für einen Schau- und Lehrbrand herrichten.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG