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Ulf Stumpe: Beirat 
ändert nichts am Nein

Doris Steinkraus / 05.07.2010, 17:21 Uhr
Letschin (In House) Trotz brütender Hitze sind am Sonntag mehr als 100 Menschen zur siebten Mahnwache auf den Letschiner Marktplatz gekommen. Ein weiteres Mal machten sie ihren Protest gegen die geplante Verpressung von Kohlendioxid im Oderbruch deutlich.

Reichlich trinken ist angesagt an diesem heißen Tag. Die Raiffeisenhandelsgenossenschaft hat Wasser spendiert. Mitglieder der Bürgerinitiative geben es kostenfrei ab. Zu Beginn dankt Pfarrer Frank Schneider den vielen unermüdlichen Helfern, die immer wieder alles organisieren, vom Verein BruchKultur über „Wir im Oderbruch“ (WiO) bis hin zur Bürgeriniative und Techniker Ingo Hoffmann. Ein besonderer Dank geht an den Groß Neuendorfer Ortsvorsteher Kai Herrmann. „Viele verwenden viel Energie, um den Protest immer am Laufen zu halten“, sagt Mario Forner von WiO. „Aber was Kai Herrmann als Organisationschef des Fresh Air Festivals geleistet hat, das verdient besondere Anerkennung“, lobt der Letschiner.

Drei Tage lang hatte es in Ortwig viel Musik und immer wieder Gespräche zum Thema CO2-Verpressung gegeben. Mehr als 2000 Besucher kamen. Kai Herrmann bekennt, dass er noch immer ein bisschen geschafft ist. „Aber es hat Spaß gemacht“, gesteht er. Vor allem habe ihn beeindruckt, dass viele kleine Firmen die Sache ebenso toll unterstützt haben wie die Feuerwehren der Gemeinde, der Ortsbeirat oder die 26 Bands, die alle kostenfrei auftraten. Mit ihrem Protest-Rap-Song „Stopp diesem Wahnsinn“ hat die Gruppe Extralage aus Schleswig-Holstein dem Oderbruch eine ganze besondere Hymne überlassen. Das zeige auch, wie breit der Widerstand gefächert ist, so Herrmann. Man müsse den Protest bundesweit weiter bündeln und deutlich machen, dass die Politik nicht mehr am Bürgerwillen vorbei kommt.

Ulf Stumpe von der Bürgerinitiative informiert, dass am 7. Juli beim Land ein Beirat, der das CCS-Gesetz begleiten soll, berufen wird. Auch die Bürgerinitiative habe im Beirat einen Platz. Allerdings stehe jetzt schon fest, dass viele fehlen, die unbedingt mit am Tisch sitzen müssten, so der Wriezener. Bisher sei nicht einmal das Umweltamt vertreten, dafür zu drei Dritteln die Industrielobby.

„Wir werden nach Potsdam fahren, aber nur, um deutlich zu machen, dass wir diese Zusammensetzung nicht akzeptieren“, versichert Stumpe. Immer mehr Wissenschaftler würden mittlerweile die geplante Technologie in Frage stellen. Dem Land fehle Fachpersonal, das der Problematik gewachsen sei. „Und ob Beirat oder nicht: Wir wollen weder eine Erkundung noch eine Verpressung. Das ist unsere Botschaft “, sagt er unter dem Beifall der Besucher.

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