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Ein Hauch von Paris-Roubaix

Drei ehemalige FRC-Fahrer auf dem Podest: Sieger Ingmar Dassler, Timon Seubert (l.) und Robert Bengsch (r.), daneben Podelzigs B³rgermeister Alfred Nowack.
Drei ehemalige FRC-Fahrer auf dem Podest: Sieger Ingmar Dassler, Timon Seubert (l.) und Robert Bengsch (r.), daneben Podelzigs B³rgermeister Alfred Nowack. © Foto:
DSTULPEN / 12.08.2008, 17:13 Uhr
In Podelzig wurde das erste Rennen "Rund um den Zeisigberg" ausgetragen. Die Strecke wurde als kurzfristige Ausweichmöglichkeit für den nicht genehmigten Kurs in Güldendorf gefunden und entpuppte sich für Veranstalter FRC 90 als absoluter Glücksgriff.

Nachdem der FRC 90 das geplante Rennen in Güldendorf nicht genehmigt bekam, fand man nur zwei Wochen vor dem Renntermin eine mehr als würdige Alternative. Die Strecke in Podelzig (Ortsteil Klessin) genügt sogar höchsten Ansprüchen. "Der Kurs hatte etwas von der berühmten Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix", schwärmte Frank Augustin, Trainer vom LKT-Team Brandenburg. Die Strecke bestand aus einer 4,5 Kilometer langen Runde, die mit einem steilen 800 Meter langen Anstieg und einer rasanten Abfahrt gespickt war. Die "Rampe" bestand zudem größtenteils aus Kopfsteinpflaster der gröbsten Art. Für das Anfängerrennen musste sogar eine andere Streckenführung gefunden werden, weil die Knirpse den Berg nicht hochgekommen wären, ohne zuvor abzusteigen.

Für die Attraktivität des Rennens sorgte neben der Strecke auch das große und hochkarätig besetzte Teilnehmerfeld. Besonders das der Männer, wo 90 Athleten an den Start gingen, darunter auch der mehrfache Olympiasieger und Weltmeister Robert Bartko aus Berlin. Allerdings kam nicht einmal die Hälfte davon ins Ziel. Dass in diesem Rennen am Ende drei ehemalige Sportler vom FRC 90 auf dem Siegertreppchen standen, war sicherlich kein Zufall. Ingmar Dassler vom LKT Team Brandenburg, das seit diesem Jahr sogar Profistatus besitzt und sich weiterhin aus Sportlern aus Frankfurt und Cottbus zusammensetzt, gewann das Rennen vor Timon Seubert und Robert Bengsch (beides KED-Bianchi Berlin).

Ingmar Dassler wollte unbedingt in Podelzig starten, obwohl er erst Sonntagnacht um 1 Uhr von einer Rundfahrt aus Polen mit der Nationalmannschaft zurückgekehrt war. Dort hatte er den sechsten Platz in der Gesamtwertung belegt. Die Form schien also zu stimmen. "Es ist so lange her, dass in meiner Heimat ein Rennen ausgetragen wurde. Da ist man natürlich besonders motiviert. Anfangs hatte ich zwar Probleme im Rennen, aber dann fand ich den richtigen Tritt", berichtet der gebürtige Frankfurter. Der 23-Jährige hat gerade eine Ausbildung in Cottbus beendet. Zusammen mit Timon Seubert, der als Jugendsportler von Hamburg an die Sportschule nach Frankfurt kam und damals viele Erfolge für den FRC 90 einfuhr, setzte sich Dassler nach einem Viertel des Rennens ab. Das Duo baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Insgesamt 17 Runden galt es zu absolvieren. Am Anstieg der letzten Runde hängte der 1,93 m große Dassler dann Seubert ab und überquerte als Solist die Ziellinie.

Robert Bengsch, wie Dassler gebürtiger Frankfurter, setzte sich im Schlussspurt um den Rang drei gegen Robert Bartko durch. Erst vor wenigen Tagen kam Bengsch von der Tour d´Elsass, einer Profirundfahrt in Frankreich, zurück. Dort hatte er eine Etappe sowie das grüne Trikot gewonnen. "Podelzig war trotzdem eine Herausforderung. Der Kurs war wirklich krass, besonders wenn man nicht gerade ein Bergfloh ist", sagte der Bahn-Verfolgungsspezialist. Auch ihn trieb die gleiche Motivation wie den Sieger: "Ich bin beim FRC groß geworden, hatte dort so lange meine sportliche Heimat. Da ist so ein Rennen einfach etwas Besonderes, das man sich nicht entgehen lassen kann."

Podiumsplätze von aktuellen FRC-Sportlern waren dagegen in Podelzig rar gesät. Allerdings war Gerhard Lauke mit seinen besten Jugend-Rennern zu einer Rundfahrt in Polen unterwegs. Die Junioren zeigten in Podelzig immerhin eine starke kämpferische Leistung. Tobias Barkschat war auf Platz fünf der beste Frankfurter. FRC-Seniorenfahrer Reinhard Scheer tat es ihm in seiner Altersklasse gleich. Den Sprung auf das Treppchen schaffte Hannes Augustin bei den Anfängern als Dritter.

Der größte Gewinn war aber die Veranstaltung an sich. FRC-Vizepräsident Wilfried Schulz war von der Organisation beeindruckt: "In knapp zwei Wochen ein Radrennen zu organisieren, ist eigentlich gar nicht möglich. Was in Podelzig auf die Beine gestellt wurde, ist unglaublich. Unser Dank gilt den Verantwortlichen in Podelzig und Lebus, der Freiwilligen Feuerwehr und den vielen anderen freiwilligen Helfern, die dieses Rennen zu einem vollen Erfolg gemacht haben." Für ihn steht fest, dass der FRC 90 auch im nächsten Jahr wieder nach Podelzig kommt. Ein zusätzliches Rennen in Güldendorf wäre aber immer noch eine Option.

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