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Der große Traum heißt Olympia

Training für den Erfolg: Beeskows Geher Hagen Pohle (rechts) hat sich in Kienbaum mit Vereinskollegin Charlyne Czychy, Trainerin Manja Berger (auf dem Fahrrad) und Nils Gloger (von links) auf die WM in Kanada vorbereitet.
Training für den Erfolg: Beeskows Geher Hagen Pohle (rechts) hat sich in Kienbaum mit Vereinskollegin Charlyne Czychy, Trainerin Manja Berger (auf dem Fahrrad) und Nils Gloger (von links) auf die WM in Kanada vorbereitet. © Foto: MOZ/Roland Hanke
Roland Hanke / 10.07.2010, 08:00 Uhr
Beeskow (In House) In der nächsten Woche macht sich der Beeskower Geher Hagen Pohle auf den Weg zu den U-20-Weltmeisterschaften der Leichtathletik im kanadischen Moncton. Darauf hat er sich zwei Wochen in einem Trainingslager in Kienbaum intensiv vorbereitet.

Es ist 8.30 Uhr, das Frühstück schon vor einer Stunde eingenommen, nun geht es in Richtung Laufhalle im Bundesleistungszentrum Kienbaum. Dort warten schon Trainerin Manja Berger, Charlyne Czychy, seine Vereinskollegin vom SC Potsdam, und sein Berliner Trainingspartner Nils Gloger auf Hagen Pohle. Wegen der großen Hitze gibt es nur eine 15-minütige Laufrunde auf schattigen Wegen und eine kurze Erwärmung im Freien. „Die Sportler wollen lieber in der Halle ihre Einheiten absolvieren“, sagt Manja Berger, Trainerin beim SC Potsdam und auf Bundesebene für den Nachwuchs zuständig. „Ist auch besser so, denn wir müssen die Kräfte einteilen, damit wir gut auf die WM vorbereitet sind.“

In der Laufhalle wartet dann trotzdem ein schweißtreibendes Programm. 20-mal 400 Meter mit jeweils einer Minute Pause dazwischen gehen die drei Sportler – wohlbemerkt fast in Wettkampfgeschwindigkeit. 1:43  Minuten die Jungs, 1:55 Charlyne pro Runde und das jedes Mal auf den Punkt genau. Doch Tempo ist nicht alles, Technikübungen, Kraft- und vor allem Ausdauerschulung sind das A und O – in unterschiedlichen Anteilen spezifisch auf den folgenden Wettkampf ausgerichtet.

Und der nächste ist für Hagen Pohle und seine Vereinskollegin sowie die Trainerin ein ganz wichtiger: die U-20-Weltmeisterschaften im kanadischen Moncton vom 19. bis 25. Juli. Bereits am Mittwoch fliegen die Drei zusammen mit der deutschen Mannschaft nach Übersee. Bis zum eigentlichen Wettkampf, dem 10  000 Meter Bahngehen (21.  Juli/Frauen und 23.  Juli/Männer), bleiben dann noch ein paar Tage Zeit zum Akklimatisieren an der kanadischen Ostküste.

„Eine Medaille in Moncton zu holen, das wäre schön“, sagt Hagen Pohle, der im vorigen Jahr über die selbe Distanz U-18-Weltmeister geworden war. „Zumindest aber will ich Bestzeit gehen.“ Die steht für den Beeskower derzeit bei 41:15 Minuten, im vorigen Jahr in Tschechien auf der Straße erzielt. „Die Zeit ist international sehr gut. Damit liegt Hagen deutlich in den Top Ten der Welt“, weiß Trainerin Berger, die den Beeskower seit 2007 betreut und mit ihm auch ihren ersten WM-Titel holte. Die 34-Jährige aus Werder/Havel, früher selbst Läuferin und Geherin, hält große Stücke auf ihren Schützling. „Hagen hat eine sehr gute Technik, er trainiert fleißig und konzentriert. Und er ist ein Wettkampftyp, der auch schon mal so ein richtiges Ding raushauen kann.“

Passend wäre es natürlich, wenn ihm dies jetzt in Kanada gelingen würde. Doch Trainerin und Athlet haben noch größere Ziele: 2012 Olympische Sommerspiele in London heißt der große Traum. „Doch ich setzte mich nicht unter Druck. In dem Jahr steige ich auf die 20 Kilometer um. Die Olympia-Norm ist da sehr hart. 2016 ist wohl eher realistisch“, glaubt der 18-Jährige, der beim Neujahrslauf 2000 in Beeskow Feuer für das Laufen gefangen hatte. Sein erster Trainer war sein Vater Hartmut. Probiert hat sich Hagen im Duathlon und Triathlon, doch das Laufen hat ihm mehr gefallen. Seit 2005 besucht er die Sportschule in Potsdam und will 2011 sein Abitur ablegen.

Den Wechsel zum Gehen vollzog Hagen Pohle im Jahr 2007. Und das ist schon eine etwas kuriose Geschichte gewesen. „Das sieht etwas komisch aus. Gehen ist das, wo man mit dem Po wackelt, haben wir in der Trainingsgruppe gewitzelt“, erzählt Hagen Pohle. „Und ich habe versucht, die Technik der Geher nachzumachen. Das hat dann die Trainerin gesehen und mich zum Gehen geholt.“ Wenn er heute mitunter solche Sprüche von anderen hört, muss er selbst etwas schmunzeln. Die Entscheidung für das Gehen hat der Beeskower ebenso wenig bereut wie seine Familie. Mutter Beatrix, Vater Hartmut, Bruder Philipp und Opa Horst stehen voll hinter Hagen, begleiten ihn zu fast allen Wettkämpfen und unterstützen ihn nach Kräften. „Ebenso wie meine Sponsoren Deutsche Vermögensberatung Edwin Berger und Fahrrad Müller in Beeskow sowie mein Ausrüster adidas“, sagt Hagen Pohle.

Und alle freuen sich über seine Erfolge. Davon hat der Beeskower, der gern am Computer spielt und ein Fan der Berliner Eishockey-Eisbären (Saisondauerkarte) ist, schon einige erzielt: Deutscher Jugend-Meister ist er seit 2008 ständig auf der Straße, in der Halle oder auf der Bahn gewesen. An Welt- und Europacups hat er auch schon teilgenommen. Sein Motto lautet: „Ich will immer das Beste geben.“ Dafür trainiert er bis zu 30  Kilometer am Tag oder 140 in der Woche und absolviert sechs bis sieben Trainingslager im Jahr (im Winter im warmen Süden).

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