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„Casanova“ in der heißen Phase

Die „Casanova“-Darsteller: Sie proben in der märkischen Hitze für die Premiere nächste Woche.
Die „Casanova“-Darsteller: Sie proben in der märkischen Hitze für die Premiere nächste Woche. © Foto: Promo
Ruth Buder / 12.07.2010, 19:19 Uhr
Beeskow (In House) Erschwerte Bedingungen für Oper Oder-Spree: Unter der unbändigen Hitze leiden auch die Darsteller, die ihre Proben in Neuzelle begonnen haben und sich im Freibad hin und wieder eine Abkühlung genehmigen. In drei Tagen reist das Orchester aus Bulgarien an, nächsten Donnerstag muss alles stehen, dann ist Premiere im Kreuzhof Neuzelle, am Freitag in der Marienkirche in Beeskow. Damit auch finanziell alles klappt, hat am Montag Sparkassenchef Friedrich Hesse auf der Burg Beeskow einen Sponsorenvertrag in Höhe von 10 500 Euro an Landrat Manfred Zalenga übergeben.

Die Oper Oder-Spree kommt in die heiße Phase. Nächsten Donnerstag hat eine bisher kaum gespielte Version von Albert Lortzings Oper „Casanova“ Premiere, ihr folgen weitere neun Aufführungen in Neuzelle, in der Beeskower Marienkirche und auf dem Ziegenwerder in Frankfurt. Landrat Manfred Zalenga hofft, dass nach der Hitze nicht der Regen kommt und gutes Wetter für das Musiktheater herrscht.

Oper Oder Spree ist das größte Kulturprojekt, das sich der Landkreis leistet. Zalenga stellt das Projekt inzwischen auf eine Stufe mit Rheinsberg. Die Oper sei im Kreis zu einer „Institution“ geworden, sie sei ein Kooperationsprojekt – seit 2004 ist auch Frankfurt mit im Boot –, auf das alle stolz sein könnten. Sein Dank galt den Unterstützern, insbesondere der Sparkasse und ihren Kunden. Sie stellte seit 1991 – hier startete das Internationale Gesangsseminar – rund 113 000 Euro für das sich ständig entwickelnde Festival bereit.

Markus Wieners, Chef der Frankfurter Messe- und Veranstaltungs-GmbH, betonte, dass sich die zwei „Casanova“-Aufführungen gut in das Programm des Inselsommers einpassten. Musiktheater sei ein Genre, das gut funktioniere. Das finden auch der Beeskower Burgdirektor Tilman Schladebach und Walter Ederer, Kulturmanager der Stiftung Stift Neuzelle. 5400 Besucher seien im vergangenen Jahr gezählt worden, für klassische Oper sei das viel. Er hofft, in diesem Jahr wieder so viele Menschen begeistern zu können: „Die Musik ist wunderschön, der Text ist witzig, also richtiges Sommertheater“, lädt Ederer zu den Aufführungen ein, vier sind bereits ausverkauft.

Schladebach betont erneut die Besonderheit der Aufführung. Partitur und Text des 1841 in Leipzig mit großem Erfolg aufgeführten Originals seien in der Staatsbibliothek München ausgegraben worden. Die Ur-Version sei wegen der Kritik an den politischen Verhältnissen nicht auf andere Bühnen gekommen. „Die Republik, sie lebe hoch!“, sang damals Kerkermeister Rocco in der Oper. Für die „komplette Neuentdeckung“ könnte sich jetzt der Musikmarkt interessieren, denkt Schladebach. Die Veranstalter sind froh, mit Minister Jörg Vogelsänger einen neuen Schirmherren (vorher war es Jörg Schönbohm) gefunden zu haben, der nicht aus der Kulturszene kommt. „Wir machen ja keine Oper für Experten, sondern für Menschen, die Musik lieben und sie in schöner Atmosphäre erleben wollen.“

Dafür engagieren sich inhaltlich und logistisch Walter Ederer, Tilman Schladebach & Co. seit Jahren. „Das geht nur mit Überstunden, Leidenschaft und Herzblut“, lobt der Landrat, der sich bereits auf die Premiere am 22. Juli im Kreuzhof des Klosters Neuzelle freut. Diese und weitere drei Veranstaltungen in Neuzelle sind bereits ausverkauft. Für alle anderen „Casanova“-Aufführungen gibt es noch Karten, auch für die Oper in der Scheune an der Ragower Mühle am 29., 30. und 31. Juli und am 1. August sowie den Festlichen Liederabend am 24. Juli auf der Burg Beeskow und die festliche Operngala am 7. August auf der Burg Beeskow und am 
8. August im Kloster Neuzelle. Erfahrungsgemäß bieten die jungen Sänger aus Deutschland und anderen europäischen Staaten ihrem Publikum höchste Qualität. Mit einem Stipendium für zwei Sängerinnen wird an die Begründerin der Oper Oder Spree erinnert: Jutta Schlegel, die Gesangsprofessorin aus Sauen, die leider zu früh verstorben ist.

Ticket-Hotline 01805012300, E-Mail: info@operoderspree.de

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