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Biber verursacht
 Forellensterben

Der Waldsieversdorfer Fischer Artur Rinast holt verendete Forellen aus einem seiner Becken. Der Stobberzufluss war in der Nacht durch einen oder auch zwei Biber erneut blockiert worden.
Der Waldsieversdorfer Fischer Artur Rinast holt verendete Forellen aus einem seiner Becken. Der Stobberzufluss war in der Nacht durch einen oder auch zwei Biber erneut blockiert worden. © Foto: Anett Zimmermann
AZIMMERMANN / 22.07.2010, 07:49 Uhr - Aktualisiert 22.07.2010, 08:43
Waldsieversdorf (In House) Fischer Artur Rinast in Waldsieversdorf ist ratlos. Über Nacht hätten Biber erneut einen Damm gebaut und so den Zufluss des Stobbers zu seinem Forellenbecken blockiert, berichtete er am Mittwochvormittag. Diesmal sei er allerdings zu spät gekommen. „Die Forellen sind hin, nur noch etwas für den Abdecker“, sagte er.

Die Male zuvor habe er gerade noch rechtzeitig den Zufluss oberhalb des Beckens am Waldrand öffnen können. Das Wasser in dem etwa 1,20 Meter tiefen Becken ist auch an diesem Morgen noch deutlich kälter als das der umliegenden Seen. „Keine 20 Grad“, sagte der 66-Jährige und fügte hinzu: „Doch das allein reicht nicht. Der permanente Zufluss ist wichtig, damit die Fische ausreichend Sauerstoff bekommen.“

Er bezifferte den Schaden auf 500 Kilogramm Forelle im Wert von etwa 2000 Euro. Jetzt im Sommer sei Forelle sehr gefragt, unter anderem zum Grillen. „Die meisten Kunden kommen nur wegen der Forellen, doch so schnell werde ich jetzt wohl keine Neuen bekommen“, vermutet er. So beziehe er seine Forellen normalerweise aus Boitzenburg. Doch im Fernsehen habe er gerade erst einen Bericht gesehen, dass die Fischer dort zurzeit ebenfalls mit Problemen zu kämpfen hätten: „Die Uecker ist zu warm.“

Deshalb spricht Rinast in Bezug auf den Stobber immer von seinem Glück. Solange der Biber es nicht stört. „Ich habe nichts gegen die Tiere, aber gegebenenfalls muss man sie in diesem Falle umsiedeln“, sagte der Fischer und verwies darauf, dass er nicht nur die Naturparkverwaltung bereits mehrfach auf die Probleme mit dem Biberdamm aufmerksam gemacht habe. Artur Rinast: „So richtig aktiv ist der Biber hier in der Gegend seit zwei Jahren.“

Am Mittwoch hatte er bereits versucht, die für Biber zuständigen Stellen im Landratsamt zu erreichen. Doch aufgrund von Urlaub bzw. Auswärtsterminen blieben auch die MOZ-Nachfragen vorerst unbeantwortet. Aus dem Brandenburgischen Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hieß es, dass unter Federführung des Landesumweltamtes zurzeit ein Bibermanagement erarbeitet werde. Offen blieb jedoch, ob die neuen Regelungen dann auch einschließen, solche Schäden wie in Waldsieversdorf auszugleichen.

Artur Rinast hofft, bis zum Jägerfest in der nächsten Woche neue Forellen anbieten zu können. „Bis dahin bleibt mir aber nichts anderes übrig als zu schließen.“

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