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„Es läuft nicht alles rund bei uns“

Andreas Reichel
Andreas Reichel © Foto:
Dietrich STULPE / 30.07.2010, 07:47 Uhr
Jein (In House) Mit Optimismus in die Regionalligasaison gestartet, dann von der Wirklichkeit eingeholt. Die Red Cocks liegen derzeit nur auf Rang 5, punktgleich mit dem Letzten. Dietrich Stulpe sprach vor dem Auswärtsspiel am Sonnabend bei den Potsdam Royals mit Frankfurts Headcoach Andreas Reichel.

Märkische Oderzeitung: Herr Reichel, was ist los mit den Red Cocks?

Andreas Reichel: Es läuft derzeit nicht alles rund bei uns. Das hat mehrere Ursachen. Zum einen ist es uns nicht gelungen, die Abgänge von Tobias Brüning, Daniel Vöhringer und Jean-Jaques Hitthaler zu kompensieren. Vor allem der Weggang von Quarterback Brüning wirkt sich negativ aus. So gelingt es uns gegenwärtig nicht, unser Spiel optimal aufzuziehen. Hinzu kommt der verletzungsbedingte Totalausfall solcher Stammkräfte wie Michael Mader, Christoph
Vöhringer, Gregor Unglaube und Sören Mund. So etwas kann kein Team ohne Substanzverlust wegstecken.

Vor allem auf der Spielmacher-
position läuft es nicht wie gewünscht. Gibt es Alterna-
tiven?

Denn wir können uns keinen Quarterback backen. Nach dem Weggang von Brüning ist unser Runningback Alexander Philipp für ihn eingesprungen, spielt erst seit einigen Monaten auf dieser für ihn völlig neuen Position und versucht dabei viel mit seiner Routine zu kompensieren. Zudem haben wir jetzt auf seiner angestammten Position Probleme, dort fehlt er uns als Punktegarant. Deshalb werden wir am Sonnabend in Potsdam Patrick Krüger als Quarterback einsetzten und Philipp wieder als Runningback.

Die Potsdamer, wie auch andere Teams der Regionalliga, haben ihre zentralen Positionen nahezu ausnahmslos mit Ausländern besetzt. Wäre das für die Red Cocks ein finanzielles Problem?

Natürlich. Potsdam hat eine große Summe von einem Sponsor erhalten und diese in starke ausländische Spieler investiert. Wir haben das Geld nicht und auch eine andere Philosophie. Wir setzen auf unseren eigenen gut ausgebildeten Nachwuchs und Spieler aus der Region. Legionäre nützen uns nichts, weil sie nach kurzer Zeit ohnehin verschwunden sind.

Bei den zuletzt erlittenen zwei Niederlagen in Folge wurden schwache Trainingsbeteiligung und Undiszipliniertheiten im Team bemängelt. Zu Recht?

Ja. Die schwache Trainingsteilnahme ist immer noch ein Problem, weil viele Spieler auswärts von Frankfurt arbeiten. Offenseliner Ulf Retzlaff beispielsweise arbeitet in Bonn, kommt nur zu den Spielen. Aber unser Sport lebt von perfekt abgestimmten technisch-taktischen Abläufen auf dem Spielfeld. Und die können nur im Training einstudiert werden. Was die Undiszi-
pliniertheiten anbelangt, so haben sie ihre Ursache darin, dass unsere Spieler bislang gewohnt waren, nur im oberen Bereich der Tabelle mitzuspielen. Einige mussten erst einmal lernen, mit Niederlagen umzugehen. Da entsteht Frust, der sich dann in Undiszi-
pliniertheiten entlädt. Doch so
etwas kann ich natürlich nicht gutheißen.

Was muss am Sonnabend in Potsdam besser laufen, damit Ihr Team mit einem Sieg heimkehrt?

Wir müssen von Anfang an konzentrierter ins Spiel gehen, dürfen uns nicht wie zuletzt, von schnellen Rückständen aus der Bahn werfen lassen. Stattdessen muss es uns gelingen, den Handlungsraum des starken amerikanischen Quarterbacks der Potsdamer einzuengen. Cottbus hat es uns vorgemacht, wie man bei den Royals gewinnen kann.

Die Regionalliga ist in dieser Saison so eng wie noch nie. Was ist am Ende noch drin für die Red Cocks?

Die Liga ist tatsächlich spannend wie noch nie. Tabellenführer Cottbus mit 8:6 Punkten und Schlusslicht Leipzig mit 4:6 trennen lediglich vier Zähler. Wir sind derzeit mit 4:6 Punkten Vorletzter, haben aber noch fünf Spiele. Ein Sieg in Potsdam, dann eine Serie starten und wir sind wieder ganz vorn mit dabei. Dazu erwarte ich bereits am Sonnabend eine Leistungssteigerung von allen Spielern und einen leidenschaftlichen Auftritt als echtes Team.

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