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Viel mehr
 als nur eine
 Feuerwehr

Mandy Timm / 11.08.2010, 17:38 Uhr - Aktualisiert 11.08.2010, 17:47
Altfriedland (In House) Wer wissen will, wo in Altfriedland die Gemeinschaft am eingeschworensten ist, der muss einfach nur zur Feuerwehr kommen. Im Versammlungsraum zwischen Wandkalender, Löschspritzen und roten Schläuchen haben es sich die Männer vom Verein Feuerlöschwesen an einem langen Tisch bequem gemacht. Die einzige anwesende Frau, Annelie Schubert, gießt Kaffee in große Tassen und plaudert ohne Unterlass. So zackig wie sie sich bewegt, so redet sie auch. Am liebsten über die Feuerwehr und noch lieber über die Feuerwehrjugend. Annelie Schubert kümmert sich nämlich um den Nachwuchs im Ort. Und das mit Erfolg. Viele Jahre lang gab es keine Jugendfeuerwehr in Altfriedland. Seit dem Frau Schubert 2008 die Betreuung in die Hand nahm, kommen wieder 19 Kinder regelmäßig zu den Kursen und Treffen. Drei weitere kommen demnächst hinzu. „Wenn wir die Kinder so begeistern können, muss uns um die Zukunft von Altfriedland und seiner Feuerwehr nicht bange sein“, ist sich Frank Berg sicher. Den größten Anteil hat dabei wohl Annelie Schubert. „Sie vereinigt Herz und Schnauze – Liebe und Konsequenz in der Arbeit mit den Kindern.“

Während sich in Frau Schuberts Freizeit schon immer alles rund um die Feuerwehr gedreht hat, wollte sich Frank Berg einfach nur für sein Dorf engagieren – ohne Blaurock. Vor drei Jahren zog der 59-Jährige mit seiner Frau nach Altfriedland. Im beruflichen Leben ist der Professor für Sozialwissenschaft unter anderem Geschäftsführer eines Kinder-Sozialwerkes in Finsterwalde. In Altfriedland ist er seit 2009 der Vorsitzende des Vereins Feuerlöschwesen. Anfang des Jahres wurde der Verein ins Leben gerufen. „Weil Feuerwehrleute nicht nur Brände löschen oder Autowracks am Straßenrand bergen“, sagt Berg. „Die Feuerwehr übernimmt im Ort vielmehr auch gesellschaftliche, soziale Aufgaben.“ Um die Traditionsarbeit der Feuerwehr, die Chronik oder die Internetseiten kümmern sich seit 2009 die Vereinsmitglieder. Der Höhepunkt für sie war bisher das Fischerfest vor wenigen Tagen. Nachdem der Verein „Langes Haus“ 14 Jahre lang das Fest im Dorf organisiert hatte, übernahm die 15. Auflage zum ersten Mal der neu gegründete Verein. Dafür musste sogar die Satzung ergänzt werden. Neben der Förderung des Feuerschutzes ist dort nun auch die Förderung der Heimatpflege als Ziel festgeschrieben. „Das Fest war eine Riesenaufgabe für uns“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Schließlich haben wir noch nie eine solch große Veranstaltung vorbereitet.“ Aber das Konzept ging voll auf: nämlich viele Dorfbewohner einzubeziehen und die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Beim Fischerfest hätte das bereits hervorragend geklappt, versichert Frank Berg. So wie die Freiwillige Feuerwehr in Altfriedland verbindet auch der neue Verein alle Generationen und Berufe. Dass sich der Sozialwissenschaftler Berg als Nicht-Feuerwehrmann für die Wehr in seinem Dorf engagiert, ist für ihn Ehrensache. „Es geht doch auch darum, die Arbeit der Feuerwehrleute zu würdigen“, sagt er. „Schließlich sind sie für uns in Bereitschaft – Tag und Nacht.“ Vermutlich liegt es am gegenseitigen Respekt, dass die Ehrenamtlichen in Altfriedland geschafft haben, was noch in keiner Satzung steht – nämlich eine eingeschworene Gemeinschaft zu werden.

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