Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ein Zeichen 
des Gedenkens und Hoffens

© Foto: johann müller
Bärbel Kloppstech / 12.08.2010, 17:55 Uhr - Aktualisiert 12.08.2010, 18:45
Mallnow (In House) In dem Lebuser Ortsteil gibt es konkrete Pläne für ein Denkmal, das an die Opfer des Zweiten Weltkrieges und an die Gefallenen aus Mallnow erinnern soll. Der Wilmersdorfer Bildhauer Roland Rother ist damit beauftragt. Seinen Platz soll das Denkmal an der Mallnower Kirchenruine erhalten. Dort,wo heute nur noch Steine und zerstörtes Mauerwerk an den einstigen Kirchturm erinnern. Bei Kämpfen im Frühjahr 1945 war die Kirche zerstört und der Kirchturm gesprengt worden. Mallnow hat seinen Wächter, Signalgeber und Mahner verloren, wie Roland Rother beschreibt. Diese Kulisse kriegerischer Zerstörung wird er mit einbinden – als einen Teil des Denkmals.

Nach den Vorstellungen Roland Rothers wird das Mahnmal aus einem Tor bestehen – zwei Pfosten und ein darüber liegendes Architrav aus Eichenholz. Sie bedeuten Stützen und Lasten. Das dabei entstehende Tor ist offen für das Heimkommen, wie der Bildhauer erläutert. Auf dem Architrav, dem Querholz, sollen zwei Informationen die Zuordnung des Denkmals erleichtern: „Den Opfern“ und „1939 – 1945“. Dieser Schriftzug wird aus rostfreiem Stahl gefertigt und räumlich hervortreten. Ein weiterer Balken in Richtung Tor, diagonal auf einen Findling gestützt liegend, symbolisiert die gemarterte Mallnower Landschaft und den Weg von Zerstörung und Tod in den Kriegsjahren. Er zieht eine Spur aus Stahlsplittern, Zeichen und Kreuzen durch das Land, erläutert Roland Rother seine gestalterische Idee. Die Namen der Mallnower Kriegsopfer will er in eine Struktur binden, deren Verwerfungen das zerstörerische Inferno zum Ausdruck bringen. „Deshalb können die Namen nicht flüssig gelesen, sondern müssen entziffert werden“, unterstreicht der Bildhauer.

Als er 2008 die Idee zu seinem an Metaphern reichen Denkmal in Mallnow vortrug, stieß er damit nicht von vornherein auf begeisterte Zustimmung. „Es war ein Prozess, der langsam reifte“, erinnert sich Ortsvorsteherin Heidrun Tretner. „Das fing mit der Standortsuche an. Roland Rother ist mehrmals mit uns durch das Dorf gelaufen. Als er uns vor der Kirchenruine den zerstörten Kirchturm als verlorenen Wächter und zugleich Mahner beschrieb, uns die Idee mit dem Tor erläuterte, zog er uns mit. Und immer wenn ich heute Besucher unseres Ortes an diese Stelle auf dem Friedhof führe, erzähle ich von unserem geplanten Kriegsdenkmal, das wir im Herbst dieses Jahres einweihen wollen. Ich glaube, wir haben den richtigen Standort dafür, den richtigen Ort des Mahnens und Gedenkens gefunden“, ist die Ortsvorsteherin überzeugt. Sie freut sich auch, dass dank vieler Spenden an den Verein Malnowe als Auftraggeber die Handschrift des bekannten brandenburgischen Bildhauers erneut in Mallnow zu finden sein wird. Rother hat bereits die Adonisquelle auf dem Dorfanger gestaltet. So wie sich viele andere Beispiele seiner künstlerischen Sprache finden lassen – ob sein patinagrüner Phoenix an der Oderpromenade oder die mütterliche Muse vor dem Haus der Künste in Frankfurt (Oder) oder auch der Alte Fritz aus Neutrebbin.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG