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Sieger ärgert sich über verpassten Rekord

© Foto: Michael Benk
UPLATE / 31.08.2010, 08:46 Uhr - Aktualisiert 31.08.2010, 10:22
Frankfurt (In House) Für gewöhnliche Fahrstuhlfahrer ist es schwer vorstellbar, wie man sich so etwas antun kann: Nach 150 Metern „Anlauf“ warten 511 Stufen, ehe man das 89 Meter hoch gelegene Ziel in der 24. Etage des Oderturms erreicht. Dieser Heraus-
forderung stellten sich am Sonnabend 53 Sportler, darunter elf Frauen. Die von Stadtsportbund und Bundespolizei sehr gut organisierte Veranstaltung hätte sicher ein noch größeres Starterfeld verdient gehabt. Der Teilnehmerrekord liegt bei 83 und wurde 2006 aufgestellt.

Als erste Starterin wurde Virginia Albrecht mit dem Startschuss von Bürgermeisterin Katja Wolle auf die Strecke geschickt. Bei ihrer mittlerweile achten Teilnahme steigerte die Läuferin vom MSV Tripoint Frankfurt ihre Bestmarke gleich um mehr als 20 Sekunden auf 3:44,0 Minuten. Anschließend musste sie lange zittern und auf die Zeiten der Konkurrentinnen warten. Und es wurde auch noch ziemlich eng, denn Cathleen Meier, ebenfalls aus Frankfurt, kam bis auf eine Sekunde heran (3:45,2). Aber sie konnte nicht verhindern, dass Albrecht zum ersten Mal den Ehrenpokal des Oberbürgermeisters gewann. Dritte wurde Stefanie Buhtz aus Lübeck (4:00,4).

Bei den Männern wurde der 22-jährige Johannes Gabbert seiner Favoritenrolle gerecht. Nach seinen Erfolgen 2007 und 2008 ist er nun der erste, der dreimal den Oderturmlauf gewinnen konnte. Dennoch war er nicht ganz zufrieden: „Ich habe mich über die Zeit geärgert“, sagte Gabbert im Ziel. Er war vorsichtig gestartet und konnte ab der 15. Etage sogar noch sein Tempo erhöhen. Mit mutigerer Taktik hätte der Frankfurter dem Streckenrekord von Markus Rebert (2:26) aus dem vorigen Jahr vielleicht etwas näher kommen können. So aber musste er sich mit 2:35,6 zufrieden geben.

Letztlich überwog trotz des sportlichen Ehrgeizes aber doch die Freude über den Sieg, denn der Zweitplatzierte Jan Wilker war nicht einmal eine Sekunde langsamer (2:36,5). Der Berliner kann als Treppenlauf-Spezialist bezeichnet werden, da er regelmäßig an derartigen Veranstaltungen teilnimmt.

Den Bronzerang erkämpfte sich Triathlet David Schulz vom MSV Tripoint Frankfurt (2:41,4). Für den 27-Jährigen aus Neuzelle verlief der Wettkampf gänzlich anders als bei Sieger Gabbert. „Bis zur Hälfte lief es ganz gut, dann waren die Beine wie Blei. Spätestens ab der 20. Etage ging nichts mehr“, berichtete Schulz. Auch er brachte Treppenlauf-Erfahrung mit. Erst kürzlich startete er im Team der Werkfeuerwehr von ArcelorMittal beim „Sky Run“ in Berlin – mit kompletter Einsatzausrüstung. Als Vierter verpasste Daniel Gabbert, der drei Jahre ältere Bruder des Siegers, das Podium nur um eine Zehntelsekunde.

Ältester Teilnehmer des Lauf-Spektakels war abermals Gerhard Ganzkow aus Berlin mit seinen
76 Jahren. Diesmal nahm er die Strecke gemeinsam mit der jüngsten Starterin in Angriff: seiner Enkelin Cynthia Hiller, die gerade das Mindestalter von 18 Jahren erreicht hat.

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