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Feuerwehr braucht oft zu lange

Zwischen Jubel und Jammer: Ingo K÷hler (r.) lobt die technische Ausstattung der Feuerwehr und beklagt zugleich die immer schlechter werdende personelle Situation.Foto: GMD/Hannelore Siebenhaar
Zwischen Jubel und Jammer: Ingo K÷hler (r.) lobt die technische Ausstattung der Feuerwehr und beklagt zugleich die immer schlechter werdende personelle Situation.Foto: GMD/Hannelore Siebenhaar © Foto:
Sven Klamann / 21.08.2008, 08:17 Uhr
Heckelberg Wenn es auf dem flachen Land brennt, kann durchaus eine halbe Stunde vergehen, bis die Feuerwehr da ist. Davon geht Ingo Köhler aus Heckelberg aus, der in seiner Freizeit einen Löschzug anführt, in dem die Einsatzkräfte von Heckelberg, Brunow, Freudenberg und Beiersdorf mitwirken. Obendrein mischt Ingo Köhler in der Amtswehrführung von Falkenberg-Höhe mit. Zusätzliches Gewicht gewinnt sein Wort dadurch, dass er sein Geld bei der Berufsfeuerwehr in Eberswalde verdient. Ihm nimmt jeder ab, dass er für den Brandschutz lebt. Deshalb wird sein Alarmruf auch auf offene Ohren stoßen.

"Dass die Feuerwehr bei der Übung neulich in Heckelberg bereits nach neun Minuten an der Kita vorfahren konnte, war nicht viel mehr als ein glücklicher Umstand", betont Ingo Köhler. Oft gäbe es vor allem am Tag Probleme, genug Leute für einen Einsatz zusammenzubekommen. Es sei deshalb schon anerkennenswert, dass im Amt Falkenberg-Höhe bei der Einstellung von Gemeindearbeitern darauf geachtet werde, ob sie Mitglied der Feuerwehr sind.

Überall sei für die Feuerwehren die besonders leistungsfähige Generation der 30- bis 40-Jährigen nahezu weggebrochen. "Entweder diese Frauen und Männer stehen voll im Berufsleben und haben gar keine Zeit, nebenbei noch ehrenamtliche Aufgaben zu erledigen. Oder sie sind wegen der Arbeit in andere Gegenden gezogen", erklärt der Brandschützer. Gleiches gelte für den aktiven Teil der Jugend. Wer hier bleibe, sei oft so unmotiviert, dass es schwer falle, ihn hinterm Ofen vorzulocken. Ohnehin fehle gerade den Jüngeren nicht selten die Einsicht, dass das Leben nicht nur aus Spaß bestehe und nicht für alles allein das Lustprinzip gelten könne.

"Uns bleiben die pflichtbewussten Älteren, denen es aber häufig schwerfällt, bei einem Einsatz körperlich an ihre Grenzen zu gehen", urteilt Ingo Köhler. Dass sie es dennoch täten, sei ihnen hoch anzurechnen, löse jedoch das Problem nicht.

Sein Rat an alle Mieter und Hausbesitzer lautet, sich nicht blind auf die Feuerwehr zu verlassen. "Um wenigstens das nackte Leben retten zu können, sind Brandschutzmelder in der Wohnung und im Haus nahezu unverzichtbar", sagt er. In anderen Bundesländern schreibe bereits die Versicherung eine solche Vorsichtsmaßnahme vor.

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