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Straßenbahn-Gebimmel und Fanfaren

© Foto: FOTO Michael Benk
Moses Fendel / 20.09.2010, 06:03 Uhr
Frankfurt (In House) 1400 Besucher feierten am Sonnabend auf dem Europaplatz mit dem Tag der Fahrgäste zugleich Geburtstag: Die Stadtverkehrsgesellschaft hatte sich 1990 als kommunales Unternehmen neu gegründet.

Dem Fahrer in der historischen Straßenbahn über die Schulter schauen und den Mitarbeitern der Stadtverkehrsgesellschaft einmal alle Fragen rund um Bus und Bahn stellen? Mit dem Bus entlang der ehemaligen und vielleicht zukünftigen Straßenbahnlinie nach Slubice fahren? All dies war am Samstag beim Tag für die Fahrgäste der Stadtverkehrsgesellschaft möglich. Oberbürgermeister Martin Wilke lobte die Mitarbeiter des Stadtverkehrs für ihre oft unauffällige und zuverlässige Arbeit: „Der Stadtverkehr hat in den letzten 20 Jahren richtig losgelegt. Frankfurt ist mobil und hat eine moderne, umweltfreundliche Flotte.“

Den „Alten Preußen“ konnte er damit nicht gemeint haben. Mit tiefem Brummen fuhr der Bus von 1981 an. Stotternd spuckte der Oldtimer kleine Abgaswölkchen aus. „Ich kenne solche Busse noch aus der Zeit, als sie im Li-
nienverkehr unterwegs waren. Die hörte man immer schon von weitem“, erinnert sich Wolfgang Ludewig nach der Stadtrundfahrt mit dem „Alten Preußen“. „Das ist ein ganz anderes Gefühl als heute. Ich kann jedem nur empfehlen, mal eine Runde mitzufahren.“

Besondere Bedeutung hatte das Thema Straßenbahn. Zum einen aus historischer Perspektive, zum andern mit Blick in die Zukunft. Die Museumswerkstatt für Technik und Verkehr bot Fahrten nach Neuberesinchen und zur Kopernikusstraße mit ihren historischen Fahrzeugen Gotha und LOWA an. Wolfgang Guthmann, Rentner und bekennender Eisenbahnfan, nutzte die Gelegenheit, neue Fotos für sein Album zu machen. „Ich habe Fotos vom LOWA-Fahrzeug, als es in der Museumswerkstatt restauriert wurde. Jetzt möchte ich es auch im Betrieb fotografieren.“ Die deutsch-polnische Bürgerinitiative Pro Tram sammelte Unterschriften für den Bau der Straßenbahn nach Slubice. Mit Faltblättern, auf denen sie die wichtigsten Fragen zum Thema Straßenbahn beantworteten, warben die Straßenbahn-Befürworter um Unterstützung. Gerade uns Studenten würde die neue Linie viel nützen“, sagte Justyna Schiwietz, Referentin für Nachhaltigkeit und Städtepolitik im AStA der Viadrina. „Zwar werden wir die Linie nicht mehr selbst als Studenten erleben, doch wir setzen uns für all diejenigen ein, die nach uns hier studieren werden.“ Die Bürgerinitiative gab den Besuchern auch die Möglichkeit, sich selbst an der Planung zu beteiligen: Auf einem Stadtplan konnten alle Interessierten ihren Wunschverlauf für die neue Linie einzeichnen. Für großes Interesse sorgte auch die Fahrt entlang der ehemaligen und vielleicht zukünftigen Strecke durch Slubice mit einem Reisebus.

Auf der Bühne vor dem Gräfin-Dönhoff-Gebäude gab es den ganzen Tag über ein abwechslungsreiches Programm. Für den festlichen Auftakt sorgte die Fanfarengarde mit Signalen und Trommelwirbeln. Die Saspower Dixieland Stompers spielten klassischen Dixieland-Jazz. Mit ihrer Mischung aus Klassik und Rock, gespielt auf zwei elektrischen Geigen und einem elektrischen Cello, begeisterte die Damenband Jump die Zuhörer. Das Duo Rollexos unterhielt die Zuschauer mit waghalsiger Akrobatik auf Rollschuhen. Eine Hundestaffel der Polizei zeigte in mehreren kleinen Übungen, dass sie ihren Job, Diebe an der Flucht zu hindern, beherrscht. Schlagersänger Gerd Christian brachte die Besucher zum Abschluss des Festes noch einmal zum Klatschen und Mitsingen.

Hartmut Huwe, Geschäftsbereichsleiter Technik und Prokurist bei der Stadtverkehrsgesellschaft, zog eine positive Bilanz: „Die Stimmung unter unseren Gästen war gut, die Künstler waren zufrieden und die Zusammenarbeit mit der Universität hat auch gut geklappt.“

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