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Die Antarktis zum Anfassen nah

Geschafft: ZDF-Moderator Markus Lanz empfängt Claudia Beitsch nach dem Aufstieg aus dem Tal auf den Alpengletscher Kitzsteinhorn.
Geschafft: ZDF-Moderator Markus Lanz empfängt Claudia Beitsch nach dem Aufstieg aus dem Tal auf den Alpengletscher Kitzsteinhorn. © Foto: ZDF/Jens Hartmann
Janet Neiser / 21.09.2010, 20:10 Uhr - Aktualisiert 21.12.2010, 10:43
Eisenhüttenstadt (In House) 100 Jahre nach der Eroberung des Südpols starten zwei Teams aus Deutschland und Österreich im Dezember erneut das Abenteuer Antarktis. Mit dabei ist dann die gebürtige Eisenhüttenstädterin Claudia Beitsch (30), die in Siehdichum aufwuchs und nun in Bayern lebt.

„Ich würde lügen, wenn ich sage, es war ein Spaziergang.“ Etwas außer Puste sieht Claudia Beitsch schon aus, als die Fernsehkamera sie nach dem Aufstieg am Alpengletscher Kitzsteinhorn einfängt. Letztlich aber hat die 30-Jährige die Jury davon überzeugt, dass sie das Zeug dazu hat, gemeinsam mit drei weiteren Abenteurern aus Deutschland am „Wettlauf zum Südpol“ teilzunehmen.

Etwa 400 Kilometer muss die Diplomingenieurin für Biotechnologie mit ZDF-Moderator Markus Lanz, Sänger und Extremsportler Joey Kelly sowie Triathlet Dennis Lehnert dann zurücklegen – durch die eisige Kälte der Antarktis, ausgestattet mit einem Schlitten, auf dem alles Lebensnotwendige verstaut ist. Zirka 15 Tage soll die Tour dauern. „Wir werden bestimmt 16 Stunden am Stück unterwegs sein und acht Stunden schlafen“, schätzt Claudia Beitsch, deren Familie noch immer in Siehdichum bei Eisenhüttenstadt lebt.

Die vier Deutschen befinden sich dabei im Wettstreit mit dem österreichischen Team um Skilegende und „Herminator“ Hermann Maier. Die Mannschaften begeben sich damit auf die Spuren des Norwegers Roald Amundsen und des Briten Robert Falcon Scott, die 1911 bzw. 1912 den Südpol erreichten. Damals gewann Norwegen. Scott und seine Begleiter starben auf der Rückreise vom Pol an extremer Unterkühlung und Unterernährung.

Auch für Claudia Beitsch und die sieben anderen wird die Tour bei minus 40 Grad Celsius, extrem trockener Luft auf einer Höhe von bis zu 3000 Metern und Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h sicherlich eine Grenzerfahrung für Körper und Geist. „Vor der Kälte habe ich schon ein bisschen Angst oder besser gesagt Respekt“, erklärt Claudia Beitsch. Aber die Teams werden rund um die Uhr begleitet von einem Arzt und dem Fernsehen. Das ZDF dokumentiert den „Wettlauf zum Südpol“ und strahlt das Abenteuer ab März 2011 aus.

Doch wie kommt man dazu, sich diese Tortur freiwillig anzutun? „Spaß am Leben und an Abenteuern“, lautet die Antwort von Claudia Beitsch, die zu insgesamt 9000 Bewerbern für den Wettlauf gehörte. 60 Personen wurden zu diversen Ausdauer- und Belastungstests eingeladen, zum Entscheidungscamp am Alpengletscher schafften es letztlich nur noch zehn Kandidaten für das deutsche Team. Markus Lanz und Joey Kelly entschieden sich unter anderem für die gebürtige Eisenhüttenstädterin. „Claudia hat etwas, was andere Athleten auf dem Niveau oft vermissen lassen: Sie ist unglaublich stark und dabei sehr humorvoll“, sagt Lanz. „Einen Tag vor Anmeldeschluss habe ich von dem Wettlauf im Radio gehört und gedacht, das probiere ich mal“, erzählt Claudia Beitsch am Telefon wenige Tage nach der Entscheidung am Alpengletscher in diesem Monat. Ski und Mountainbike fahre sie gern und sogar an einem Ironman-Wettkampf hat sie bereits teilgenommen.

Sportlich ist sie also, die junge Frau, die nach ihrem Abitur am Neuzeller Gymnasium Biotechnologie studiert hat und der Arbeit wegen nach Rosenheim zog, wo sie jetzt unter anderem Drogentests für die Polizei entwickelt. Hin und wieder aber besucht sie ihre Familie in Siehdichum. Auch vor dem großen Südpolabenteuer wird sie dort noch einmal Kraft tanken. „Wenn mich jemand fragt, wo ich herkomme, sage ich, ich bin Brandenburgerin“, betont sie.

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