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Eltern können nicht mehr wählen

Britta Gallrein / 27.09.2010, 19:51 Uhr
Bernau (In House) Jeder Schulträger hat in Brandenburg das Recht, seine Schulbezirke selbst einzuteilen. „In Bezug auf die 3. Grundschule und die Grundschule am Blumenhag haben wir das aber bislang immer offen gelassen“, erklärt Marina Timmermann, Leiterin der Bernauer Schulverwaltung. So konnten Eltern aus Lobetal, Eichwerder, Friedenstal, Blumenhag/Viehtrift, Rehberge, Stadtkern, Rutenfeld, Pankeborn, Waldfrieden und Ladeburg bislang zwischen beiden Schulen wählen. „Davon wollen wir jetzt aber abweichen, weil das im Klagefall schwierig wird“, so Marina Timmermann. Ein so genannter wichtiger Grund, also ein bereits an der Schule lernendes Geschwisterkind oder die Nähe zur Arbeitsstelle waren ausreichend, um die Grundschule zu besuchen, die vielleicht von den beiden nicht die näher liegende war. „Dadurch kam es, dass Kinder, die vielleicht näher an einer Schule wohnten, benachteiligt wurden“, schildert die Chefin der Schulverwaltung die Situation in Bernau.

Zusätzlich erschwert wurde dies, da die Grundschule am Blumenhag von den Eltern erheblich mehr nachgefragt wurde. „Dadurch entstand ein Ungleichgewicht. Deshalb werden wir die Bezirke jetzt wieder festlegen“, erklärt Marina Timmermann. Wie die Einteilung vorgenommen wird, werde derzeit in der Schulverwaltung überlegt.

Sollten Eltern nicht mit der ihnen zugeteilten Grundschule einverstanden sein, müssten sie sich in Zukunft an das staatliche Schulamt des Kreises in Eberswalde wenden. Das entscheidet dann über Wechsel-Wünsche. Bei den so genannten wichtigen Gründen sind Ausnahmen möglich.

Die Schulverwaltung Bernau hat auch die Entwicklung der Schülerzahlen berechnet. Vor allem im Bereich der Grundschule am Blumenhag sei in den nächsten Jahren mit erhöhten Schülerzahlen zu rechnen, so die Prognose. Der Richtwert einer ersten Klasse liegt bei 25 Schülern, die Bandbreite bei 15 bis 28 Schülern. Nach Anhörung durch die Schulkonferenz sind auch Klassenstärken von bis zu 30 Schülern erlaubt.

Mit elf ersten Klassen rechnet die Stadt im kommenden Jahr, 14 sollen es im Jahr 2012 sein,. Die weiteren Prognosen: 2013 12 Klassen, 2014 14 Klassen, 2015 12 Klassen.

Mit der geplanten Erweiterung der Grundschule in Schönow werden die Voraussetzungen geschaffen, diese Schule dreizügig zu betreiben und den Flex-Betrieb abzusichern.

Nicht berücksichtigt sind bei der Berechnung die Ersatzschulen in Bernau. So plant die evangelische Grundschule, ab dem Schuljahr 2011/12 zwei erste Klassen mit etwa 50 Schülern zu eröffnen, die hauptsächlich aus Bernau kommen. Auch das werde die Lage etwas entspannen, so Marina Timmermann.

Wie beliebt oder unbeliebt eine Schule sei, liege vor allem auch an Mund-zu-Mund-Propaganda, weiß die Leiterin der Schulverwaltung. „Eine Zeitlang war die Grundschule an der Hasenheide bei den Eltern zum Beispiel nicht sehr beliebt. Das hat sich mittlerweile geändert“, erklärt sie. Momentan sei es die dritte Grundschule, die bei Eltern nicht unbedingt hoch im Kurs stehe. „Warum das so ist, wissen wir nicht“, gibt sie zu. So ein Ruf könne sich aber auch schnell wieder ändern. „Das beobachten wir derzeit an der Oberschule am Rollberg, die mittlerweile bei den Eltern immer beliebter wird.“

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schohnemann 28.01.2011 - 00:07:12

Qualität

Ich verstehe gerade echt nicht, warum nicht an der Qualität der Schulen gefeilt wird, sondern an neuen Aufteilungsregeln. Wenn die Qualität nicht stimmt, also Lehrer und Lehrmaterial nicht stimmen, müßte man da nicht woanders ansetzen? Verstehe das System nicht ganz - na ja. Frau Timmermann scheint ja eine pfiffige zu sein... "Staatliche Schulplatzlenkung" - eine tolle Institution...

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