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43-Jähriger saß vermutlich unschuldig im Gefängnis

30.09.2010, 17:42 Uhr
Cottbus (DDP) Das Landgericht Cottbus hat am Donnerstag einen wegen Mordes an seinem Nebenbuhler verurteilten 43 Jahre alten Mann freigesprochen. In dem Wiederholungsprozess sah es die 2. Große Strafkammer als erwiesen an, dass der zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte Angeklagte unschuldig ist. Während des Prozesses habe es keine Beweise dafür gegeben, dass der Mann der Täter sei, sagte der Vorsitzende Richter. Vor vier Jahren war der Mann schuldig gesprochen worden, im Oktober 2005 den Liebhaber seiner von ihm inzwischen geschiedenen Ehefrau im Schlaf getötet zu haben.

Nach Einschätzungen der Verteidigung hat es am Tatort nachweislich keine Spuren des Angeklagten gegeben. Dafür seien jedoch bei den gerichtsmedizinischen Nachuntersuchungen DNS-Spuren von mindestens zwei anderen männlichen Personen, aber nicht vom Angeklagten, an der in Müllsäcken und Decken verpackten Leiche des Opfers gefunden worden.

Das Wiederholungsverfahren war nach einer Beschwerde der Verteidigung beim Brandenburger Verfassungsgericht zur Neuverhandlung an das Landgericht Cottbus verwiesen worden. Grund waren die nachträglich entdeckten DNS-Spuren anderer Personen, die als Täter infrage kommen.

Die Cottbuser Staatsanwaltschaft hat angekündigt, Revision gegen das Urteil einzulegen.

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