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Kinder von Golzow machen Musik

© Foto: Johann Mueller
Alexander Kempf / 30.09.2010, 18:45 Uhr - Aktualisiert 01.10.2010, 11:11
Golzow (In House) Annette Nielsen und Norbert Mikolai sind beide Lehrer. Sie unterrichtet Musik in der Grundschule „Kinder von Golzow“, er lehrt Gitarre an der Musikschule Märkisch-Oderland. Im Projekt „Klasse! Musik für Brandenburg“ arbeiten beide zusammen.

Seine Schüler begrüßt Norbert Mikolai mit einem Lächeln und einem Handschlag. Freundlichkeit gehört für den Musikschullehrer zum guten Ton. In der Golzow Schule kann die herzliche Begrüßung einen kleinen Moment dauern. Die gesamte vierte Klasse lernt bei ihm Gitarre spielen.

Möglich wird das durch das Projekt „Klasse! Musik für Brandenburg“. Die Golzower ist eine von 52 Grundschulen, in denen Kinder schon frühzeitig lernen sollen, ein Instrument zu spielen. Der Landesverband der Musikschulen stellt der Schule dafür einen ganzen Klassensatz Gitarren zu Verfügung.

Finanziert wird das Projekt vom Land Brandenburg. Eine halbe Million Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR investiert es in die Anschaffung neuer Instrumente. Die Bandbreite reicht von Klarinetten bis hin zu Trompeten. Oder eben Gitarren.

Die Viertklässler in Golzow lieben die Instrumente, auf denen ihre Namen stehen. Keiner der 24 Schüler schaltet ab. Jede Frage des Musikschullehrers wird sofort beantwortet. „Jaaa“, jubeln die Kinder, als Norbert Mikolai Lieder wie „Cowboy Jim“ oder den „Tanz der wilden Pferde“ anstimmt. Freiwillige zu finden, die die Lieder an der Handtrommel oder dem Xylophon begleiten, ist nicht schwer. Im Gegenteil. Der Musikschullehrer weiß nicht, wohin er zu erst schauen soll. Alle bieten sich an.

Musiklehrerin Annette Nielsen passt auf, dass Norbert Mikolai den Überblick nicht verliert. Das Projekt „Klasse! Musik für Brandenburg“ wird immer von einem Lehrer und einem Musikschullehrer betreut. Annette Nielsen und Norbert Mikolai sind seit einer Fortbildung im März ein eingespieltes Team. Absprachen unter den Lehrern sind wichtig. Der Musikschullehrer beherrscht sein Instrument perfekt, die Pädagogin versteht umso mehr von Didaktik.

Spaß sei wichtig, um ein Instrument zu lernen, ist Norbert Mikolai überzeugt. Dass nicht jeder Handgriff sofort sitzt, störe ihn nicht. „Musikschullehrer sind etwas lockerer. Sie sind nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen“, stellt Annette Nielsen nicht ohne Bewunderung fest. Beide Lehrer sind sehr verschieden und ergänzen sich doch gut. Er fragt die Schüler: „Könnt ihr noch lauter singen?“ Sie sagt: „Ich kann euch nicht hören.“

Nach 45 Minuten ist eine Schulstunde vorüber. Die Zeit reicht nicht, um auf jeden Einzelnen einzugehen, seine Körperhaltung zu verbessern oder auch seine Gitarre neu zu stimmen. Norbert Mikolai ist am Ende trotzdem zuversichtlich, dass der Musikunterricht seine Schüler weiterbringt. Für Händeschütteln ist keine Zeit. Die Kinder stürmen zügellos in ihr Wochenende, wie Wildpferde. Das Lied, das sie so lieben, behalten sie im Ohr.

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