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Der Protest geht weiter

© Foto: Johann Mueller
Mandy Timm / 04.10.2010, 07:24 Uhr - Aktualisiert 04.10.2010, 07:24
Letschin (In House) Zum zehnten Mal hat gestern am Letschiner Schinkelturm eine Mahnwache gegen geplante CO2-Verpressungen im Erdreich stattgefunden. Wieder versammelten sich mehr als 100 Menschen, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Symbolisch ließen die Akteure 350 Luftballons in den Himmel steigen und stellten sich am Ende der Kundgebung zu der Zahl zusammen. Während der Redebeiträge wurde deutlich, dass sich die CCS-Gegner weiter über das Oderland hinaus vernetzen wollen. Außerdem wurde für den 13. November eine deutschlandweite Baumpflanzaktion angekündigt.

117 schwarze und 233 weiße Luftballons stiegen gestern in Letschin in den blauen Himmel, zusammen waren es 350. Die schwarzen Ballons standen für Kohlenstoffatome, die weißen für Sauerstoffatome. Sie ergaben symbolisch Kohlenstoffdioxid, das CO2.

Die 10. Mahnwache am Schinkelturm war von viel Symbolkraft getragen. 350 Luftballons, 350 Glockenschläge und die Menschenmenge, die sich am Ende der Kundgebung zu einer 350 zusammenstellte – zu der Zahl, mit der vor zehn Monaten alles begann. Damals trafen sich CCS-Gegner aus dem Oderland zum ersten Mal in Letschin, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Die Glocke schlug bereits damals 350 Mal. Die Zahl bezieht sich auf das Verhältnis der Anzahl der Moleküle, die nach Ansicht von Experten die Höchstgrenze für eine ungefährliche CO2-Konzentration in der Atmosphäre haben soll.

„Unser Protest heute“, sagte der Letschiner Pfarrer Frank Schneider, „soll ein Geschenk an das Land sein, damit es hier sauber bleibt.“ Die Mahnwachen seien ein wichtiger Beitrag dafür. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Mahner gehört und geachtet worden seien – über die Region hinaus. Schneider richtete ein großes Dankeschön an alle, die sowohl bei großer Hitze als auch bei klirrender Kälte an den Kundgebungen teilnehmen und sich nicht entmutigen lassen. Er kündigte an, dass die Mahnwachen solange fortgeführt werden sollen, bis sie nicht mehr notwendig sind.

Dass die Proteste in Letschin über die Region hinaus gehört werden, bestätigte auch Rolf Ignaz vom Verein Bruchkultur. Er sagte, dass sich die Bürgerinitiativen, Vereine und Gegner stark vernetzt hätten, ihr Anliegen immer weitere Kreise ziehe. Am Tag der Deutschen Einheit verkündete Ignaz, dass sich nunmehr auch CCS-Gegner in Leipzig am 15. Oktober zu einer Demonstration zusammenfinden werden. „In der Stadt“, sagte er, „in der die Montagsdemos vor der Wiedervereinigung begannen und zu einem großartigen Erfolg führten. Das sollte uns Mut machen.“ Außerdem informierte er über eine geplanten Baumpflanzaktion, zu der deutschlandweit aufgerufen wird. Sie soll am 13. November stattfinden. Wie bereits bei der Aktion im März – damals wurden allein im Oderland 5000 Bäume in 100 Orten gepflanzt – wird eine Baumschule wieder junge Bäume für wenig Geld abgeben und verteilen. Ignaz hofft auch diesmal auf eine hohe Beteiligung.

Bei der 10. Mahnwache sprach auch der Landesgeschäftsführer der Grünen Liga Brandenburg, Norbert Wilke. Er forderte die CCS-Gegner ebenfalls dazu auf, sich weiter zu vernetzen – landesweit und darüber hinaus.

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