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Im Tor und auf der Bank

Hagen Bernard / 08.10.2010, 20:07 Uhr
Eisenhüttenstadt (In House) Spieler und Trainer des EFC Stahl wollen am Sonnabend eine Verlängerung im Landespokal-Spiel in Finsterwalde unbedingt vermeiden. Denn Kotrainer Holger Keipke feiert am Abend seinen 60. Geburtstag, zu dem alle pünktlich hin möchten.

Dann sollte es hoch hergehen, wenn Spieler, Trainerkollegen und Bekannte kommen. Und da viele in Lohn und Brot stehen wie Holger Keipke als Instandhaltungsmechaniker bei Simplex Hydraulik in Jänsch­walde, wird am Sonnabend zu feiern begonnen, obwohl der Festtag erst am Sonntag ist.

Natürlich will Stahl nicht mit einer Niederlage bepackt in dieses Fest. Obwohl auch das nicht die Feierlust mindern sollte. Schließlich ist Holger Keipke Höhen und Tiefen gewohnt. Hoch hinaus war es zu Beginn seiner Karriere gegangen. Als Zwölfjähriger wurde er in der Fußball-Auswahl der Schulsportgemeinschaft Steintoch (bei Letschin) entdeckt. Schnell gehörte Keipke zur Bezirksauswahl und kam zum SC Frankfurt. Wegen seiner Reaktionsschnelligkeit und Sprungkraft wechselte er ins Tor. Als der SC Frankfurt als Leistungszentrum wegfiel, ging Keipke mit seinem Entdecker Klaus Petersdorf nach Eisenhüttenstadt. Der Schlosser-Lehrling im EKO hielt in der DDR-Juniorenauswahl, die 1969 das Finale im UEFA-Turnier gegen Bulgarien erreicht hatte.

Die 15 Junioren-Länderspiele waren eine gute Visitenkarte für die DDR-Oberliga. Dorthin war Stahl 1969 aufgestiegen. Doch als Eisenhüttenstadt das erste Spiel zu Hause gegen Chemie Leipzig 0:1 verlor, gab Trainer Manfred Fuchs fortan den Routiniers Manfred Lange und Walter Reschke den Vorzug. Nach dem Zwangsabstieg der beiden Männer-Mannschaften 1970 wurde Keipke einberufen. Über Vorwärts Neubrandenburg kam er zu Vorwärts Berlin, mit dem er kurz darauf nach Frankfurt zog. Ab und zu hielt er auch in der höchsten Liga, doch mit Rolf-Dieter Kahnt und Eckhard Kreutzer hatte er Konkurrenz. Als der fast Zwei-Meter-Mann Karl-Heinz Wienhold kam, zog der mit 1,78 Metern keine Torhüter-Gardemaße aufweisende Keipke seine Konsequenzen. 1977 wechselte er eine Klasse tiefer zu Motor Eberswalde und heuerte 1978 beim DDR-Ligisten Schwedt an. Da PCK 1984 die Qualifikation zur neuen zweistaffligen Liga verpasste, wechselte er nach Eisenhüttenstadt. Dort hielt Keipke zwei Spielzeiten und verlor dann seinen Stammplatz an den jüngeren Harald Leppin. Die Laufbahn beendete Holger Keipke erst 1988 nach einem halbjährigen Intermezzo in Schwedt, das damals in der Frankfurter Bezirksliga Meister wurde. Fast übergangslos übernahm Keipke das Training in Schwedt und wurde 1989 Trainer der zweiten Männer-Mannschaft des EFC und betreute speziell die Torleute. Mit der Trainer-A-Lizenz 1991 übernahm Keipke auch die A-Junioren und wurde am 1. April 1999, als das Trainer-Gespann Harry Rath/Günter Kasel in der Regionalliga das Handtuch geworfen hatte, Kotrainer unter Frieder Andrich. Ko blieb der zurückhaltende Blondschopf auch, als Rath wieder die sportlichen Geschicke übernahm und er aus finanziellen Gründen seine Arbeit bei Stahl verlor. Ko ist er bis heute – mit einer Ausnahme: Als nach der Insolvenz des EFC 2004 Rath aus dem Rampenlicht genommen werden sollte, betreute Keipke für die restliche Saison die Erste und war wieder der zweite Mann, als Eckhard Kreutzer dieses Team einige Wochen trainierte.

Im Gegensatz zu seinem langjährigen Weggefährten Rath muss Keipke jedoch als Sportler kürzer treten. „Mit ihm waren wir ein ordentliches Fußball-Tennis-Gespann. Ich hoffe, dass er bald wieder fit wird, damit wir es wieder den Jüngeren zeigen können“, wünscht ihm Harry Rath zum Geburtstag.

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