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Ungeliebte Kreisstraße geht an Zichow

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Oliver Schwers / 09.10.2010, 09:04 Uhr
Zichow (In House) Der jahrelange Streit zwischen der Gemeinde Zichow und dem Landkreis Uckermark um eine ungeliebte Straße ist beendet. Das Nachsehen hat das Dorf. Zichow muss die bisherige Kreisstraße gegen seinen Willen übernehmen.

Händeringend erwehrte sich Zichow seit 2001 gegen die Abstufung einer Kreisstraße. Ohne Erfolg. Im Sommer entschied das Oberverwaltungsgericht, keine weitere Berufung zuzulassen. Damit bekam das Dorf per Zwang eine ehemalige Kreisstraße zugeordnet. Und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2002. „Es ärgert mich wirklich, dass ausgerechnet unsere kleine Gemeinde eine zusätzliche Straße aufs Auge gedrückt bekommt“, schimpft Martin Röthke, Bürgermeister von Zichow.

Die Asphaltstrecke verbindet Zichow und Fredersdorf miteinander und führt weiter durch Fredersdorf hindurch. Durch die Gebietsreform verknüpft sie allerdings nicht mehr die früher selbstständigen Orte, sondern die nun zur Großgemeinde Zichow gehörenden Ortsteile. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Denn nun ist es eine reine Gemeindestraße, urteilten die Richter schon vor Jahren.

Der Verkehrsfluss spielte dabei offenbar eine untergeordnete Rolle. Immerhin nutzen viele Autofahrer aus anderen Orten die günstige Verbindung in Richtung Autobahnkreuz. Auch ein Teil des Berufsverkehrs führt über die Strecke.

Der Landkreis ließ die Straßenränder noch einmal mähen und übergab die umstrittene knapp drei Kilometer lange Piste flugs an die Gemeinde. Die muss jetzt die Bewirtschaftung übernehmen. Und genau darum rankt sich der ewige Streit. Denn Reparaturen, Winterdienst, Reinigung und Rasenmahd kosten viel Geld. Jedes Jahr verschlingt die Bewirtschaftung des riesigen Kreisstraßennetzes Millionensummen. Mit der Abstufung des kleinen Abschnitts zwischen Fredersdorf und Zichow fürchten nun auch andere Kommunen, zusätzliche Strecken vom Kreis als Geschenk zu erhalten.

Doch in der Verwaltung scheint vorerst keine Absicht dieser Art zu herrschen. Stattdessen könnte es lediglich zu einer Umstufung der Landesstraße zwischen Kerkow und Wolletz kommen. Demnach würde der Kreis diese Verbindung übernehmen. Doch damit will man die Erschließung der Wolletzklinik gewährleisten. „Weitere Änderungen sind mir nicht bekannt“, sagt Petra Schwanke vom Liegenschaftsamt der Kreisverwaltung.

Zichow hat jetzt Geld für Winterdienst und Bewirtschaftung der umstrittenen Straße im Haushalt geplant. Doch man ist im Dorf unzufrieden über den Zustand der Fahrbahn. Außerorts rollen die Räder über viele Ausbesserungsstellen. Und in Fredersdorf bringt der gegenwärtige Gehwegbau zahlreiche Schadstellen zutage, meint der Bürgermeister. „Ein erbärmlicher Zustand“, so Röthke.

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