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Rettung für Rosinenbomber in Sicht

Noch Hoffnung: Ein Förderverein will den legendären Rosinenbomber wieder fliegen lassen. Im Juni musste das legendäre Flugzeug aus noch unbekannter Ursache notlanden.
Noch Hoffnung: Ein Förderverein will den legendären Rosinenbomber wieder fliegen lassen. Im Juni musste das legendäre Flugzeug aus noch unbekannter Ursache notlanden. © Foto: MOZ/Andreas Wendt
Andreas Wendt / 13.10.2010, 18:29 Uhr - Aktualisiert 13.10.2010, 18:47
Schönefeld (In House) Nachdem der für Rundflüge genutzte Rosinenbomber im Juni in Berlin-Schönefeld notlanden musste und dabei schwer beschädigt wurde, macht sich ein Verein für dessen Wiederaufbau stark. Die Mitglieder überlegen gar, die traditionsreiche Maschine zu kaufen.

Die Mitglieder des Fördervereins Rosinenbomber denken darüber nach, das im Juni 2010 in Schönefeld (Dahme-Spreewald) verunglückte Flugzeug vom Typ DC-3 zu übernehmen. Ein entsprechender Beschluss soll nach Aussagen des stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Gerd Gebhardt am Donnerstag kommender Woche gefasst werden. Nachdem die Air Service Berlin Ende Juli beim Amtsgericht Insolvenz angemeldet hat, ist der Eigentums- und Halterwechsel aus Sicht des Vereins die einzige Chance, den angestrebten Wiederaufbau der Maschine weiter zu verfolgen.

Der Verein hatte sich nur wenige Tage nach der Notlandung am 19. Juni diesen Jahres gegründet. An jenem Tag kam es nach dem noch immer ungeklärten Ausfall des linken Triebwerks unmittelbar nach dem Start vom Flughafen Schönefeld zu einer Bruchlandung, bei der mehrere der 25 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder verletzt wurden. Der Abschlussbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) wird nicht vor Sommer 2011 erwartet.

Jens Friedemann von der BFU hat das Unglück rekonstruiert und festgestellt, dass der Rosinenbomber nach dem harten Aufsetzen eine asphaltierte Baustellenzufahrtsstraße diagonal überquert hatte und dann „mit einem nordöstlich der Straße aufgestellten Metallzaun kollidiert“ und „nach einer Rutschstrecke von circa 125 Meter auf der Rumpfunterseite liegend zum Stillstand gekommen“ war. Durch die Kollision war das rechte Triebwerk in Brand geraten.

Während die BFU noch das Wrack untersucht, planen rund 50 Mitglieder des Fördervereins unter Vorsitz von Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach – dem ersten Berliner Chefpiloten auf dieser Maschine – den Wiederaufbau des Rosinenbombers. Dazu liegt nach Aussagen von Gerd Gebhardt bereits das Angebot einer Kölner Firma vor. Einzelne Spenden, sagt Gebhardt, seien bereits eingegangen oder avisiert. Seit wenigen Tagen sei der Verein beim Amtsgericht eingetragen und das Finanzamt habe die Gemeinnützigkeit anerkannt.

Zu welchen Konditionen der Rosinenbomber vom Insolvenzverwalter der Air Service Berlin übernommen werden kann, ist noch ungeklärt. „Es muss auf jeden Fall ein machbarer Kaufpreis sein, zurzeit ist die Maschine ja nur Schrott wert“, sagt Gebhardt. Solange die BFU das Wrack noch in Schönefeld untersucht, könnten auch keine Aussagen über die Kosten eines Wiederaufbaus getroffen werden. „Allein Transport und ein Gutachten über notwendige Reparaturen kosten 20 000 Euro“, betont Gebhardt. Allerdings gebe es mit dem Berliner Senat, Verantwortlichen der Berliner Flughäfen bis hin zum amerikanischen Botschafter eine Reihe prominenter Unterstützer.

Der Rosinenbomber galt bis zu seiner Notlandung im Juni als fliegende Legende und Denkmal für die Berliner Luftbrücke 1948/49. Das 1944 gebaute Flugzeug war bis zur seiner Bruchlandung fast 33 000 Stunden in der Luft und hatte 5516 Landungen hinter sich. Für die Air Service Berlin waren der Rundflug über Berlin oder Tagesausflüge nach Wolfsburg mit dem Rosinenbomber die Haupteinnahmequelle.

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