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Mobilfunkmast 
politisch nicht gewollt

Detlef Klementz / 18.10.2010, 20:11 Uhr - Aktualisiert 19.10.2010, 07:55
Strausberg (In House) Die Mitglieder des Hauptausschusses waren sich selten so einig. „Auf dem Gelände des SEP wollen wir keinen Mobilfunkmast.“ Auf diese eindeutige Formel lassen sich die verschiedenen Diskussionsbeiträge zusammenfassen.

Bürgermeisterin Elke Stadeler hatte auf die Frage von Christian Steinkopf (Die Linke) nach der Notwendigkeit mitgeteilt, derzeit seien laut Vodafone wohl „nicht alle Leistungen voll abrufbar.“ Sie wies zugleich darauf hin, dass in Petershagen-Eggersdorf ein entsprechender Funkmast abgelehnt worden ist.

Und das hat der Strausberger Hauptausschuss nun auch getan. Dabei wurden Argumente ins Feld geführt, die auch Gabriele Marschke benutzte. Die Anwohnerin aus der Landhausstraße hatte mit Nachdruck auf die Unvereinbarkeit von Sport und Erholung auf der einen und dem Mobilfunkmast auf der anderen Seite hingewiesen. Ob gesundheitliche Spätfolgen auftreten würden, sei völlig unklar, unabhängige Langzeitstudien lägen dazu noch nicht vor.

stellte klar, dass durch einen derartigen Mast der Erholungswert des SEP erheblich beeinträchtigt werden würde. Deutlicher drückte es ihre Parteifreundin Sibylle Bock aus, die einen solchen Standort „voll daneben“ finden würde. Sie habe ganz generell gegen diese Masten so ihre ökologischen Bedenken, sagte sie, aber einen solchen Mast auf dem SEP-Gelände zu errichten, sei für sie gar nicht nachvollziehbar.

Wie bereits im Bauausschuss warnte Steffen Schuster (UfW/Offene Fraktion) davor, den subjektiven Faktor zu unterschätzen. Der SEP stehe für Sport und Spiel, also Dinge, die mit Gesundheit zu tun haben. „Und wenn die Leute negative Auswirkungen für die Gesundheit befürchten, auch wenn da nichts bewiesen ist, dann bleiben sie weg und wir haben einen wirtschaftlichen Schaden“, argumentierte Schuster. Daher sei er ganz klar gegen den Standort.

Genau wie Thomas Weiske von der CDU. Er fürchtet andernfalls einen „Imageschaden“ für die Stadt.

Den sieht auch der Vorsitzende des Hauptausschusses Meinhard Tietz (Die Linke). Kinder, Jugendliche und Erwachsene würden auf dem Gelände Sport treiben. Die Stadt wolle künftig die Attraktivität des SEP weiter erhöhen. Ein Mobilfunkmast und die damit zusammenhängenden Folgeerscheinungen würde dem zuwiderlaufen, ist Tietz überzeugt. Er geht davon aus, dass der Netzbetreiber einen neuen Standort vorschlagen wird.

Auf Ablehnung war der SEP-Vorschlag für den Funkmast zuvor bereits im Bau- und im Finanzausschuss gestoßen.

Bürgermeisterin Elke Stadeler zeigte sich von den Vorbehalten nicht überrascht. Der Mast sei politisch auf dem kommunalen Gelände nicht gewollt, sagte sie gestern. Nun warte man ab, was der Netzbetreiber weiter vorhabe.

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Dietrich Grapüentin 22.10.2010 - 09:57:16

Recht hat der Herr Krone

Wenn unseren Mandatsträgern die Sachkenntnis fehlt, können sie doch nur politisch entscheiden, dann aber regelmäßig und offensichtlich nach vermeintlichen Mehrheiten (oder besser: nach Lust und Laune).

Krone 20.10.2010 - 13:43:39

scheinheilige Diskussion

Alle haben Handys und niemand will darauf verzichten. Viele Kinder bekommen schon mit sechs oder sieben Jahren ihr erstes Mobiltelefon, damit sie für stressgeplagte Eltern immer erreichbar sind. Ja,wir wollen immer und überall mobil erreichbar sein und wir ärgern uns, wenn wir uns in einem Funkloch befinden. Soll nun aber ein dafür notwendiger Sendemast errichtet werden, ist der Aufschrei groß. Ich finde solche Diskussionen scheinheilig und realitätsfern. Das die Stadt Strausberg bzw. der SEP dadurch Schaden in Form von weniger Besuchern nimmt, daran glaube ich auch nicht. Auf Usedom gibt es auf Hotels oder anderen öffentlichen Gebäuden auch solche Antennen und bekanntlich zieht es jedes Jahr tausende zu Urlaub, Sport und Erholung dort hin. Und diese Touristen wären bestimmt sehr sauer, wenn sie ihr aktuelles Urlaubsfoto aus dem Strandkorb nicht mehr per MMS senden könnten....

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