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Erdgasspeicher 
ist am Netz

KUKRAKAU / 29.10.2010, 18:53 Uhr
Ahrensfelde (In House) Von Kai-Uwe Krakau

Nach rund zweijähriger Bauzeit ist am Freitag der Erdgasröhrenspeicher am Gasturbinenkraftwerk Ahrensfelde symbolisch in Betrieb genommen worden.

„Wir können künftig mehr als sechs Stunden bis zu 300 Megawatt Strom produzieren und das unabhängig vom Gasnetz“, sagte der Kraftwerksvorstand von Vattenfall Europe Mining & Generation, Hubertus Altmann. In die zwei Anlagen, eine weitere befindet sich in Thyrow südlich von Berlin, hat das Unternehmen insgesamt 33,5 Millionen Euro investiert. Der Speicher an der Lindenberger Straße in Ahrensfelde kostete rund 15 Millionen Euro.

Gasturbinen können innerhalb kurzer Zeit, bei der übergebenen nen Anlage sind es sieben Minuten, große Mengen an Strom liefern und werden daher in Spitzenlastzeiten eingesetzt. Sie haben daher eine wichtige Regelungsfunktion für die Stabilität des Stromnetzes und sind bestens geeignet, um rasch auf kurzfristige Änderungen von Stromnachfrage und -angebot zu reagieren.

„Mit der steigenden Nutzung der Windkraft nimmt die Bedeutung von Gasturbinen noch zu“, sagte Altmann. Der Strom aus der Windenergie sei sehr schwankend, bei Sturm gingen schon einmal ein paar hundert Megawatt Leistung vom Netz. „Aus diesem Grund investiert Vattenfall mit dem Bau der Röhrenspeicher in die Integration der erneuerbaren Energien in den deutschen Erzeugungsmix“, so der Kraftwerksvorstand.

Die Röhrenspeicher sind ein echtes Energiedepot. Aus dem eingelagerten Erdgas können die beiden Gasturbinenkraftwerke rund drei Millionen Kilowattstunden Elektrizität erzeugen. Dies entspreche in etwa der Strommenge, die 850 Haushalte innerhalb eines Jahres verbrauchen, hieß es.

Bisher musste das Erdgas zeitgleich mit dem Betrieb der Anlagen beim jeweiligen Versorger bezogen werden. Die Speicher ermöglichen es, Stromerzeugung und Gasbezug zeitlich zu trennen. Zudem, so nennt Vattenfall einen weiteren, Vorteil, ist die Nutzung der Speicher nicht nur auf Erdgas beschränkt. So könnten sie perspektivisch auch große Mengen von Biogas aufnehmen und bei Bedarf an das Gasnetz oder das Kraftwerk abgeben.

Das Gasturbinenkraftwerk Ahrensfelde gibt es seit 1990. Es verfügt über vier Turbinen, hat eine Gesamtleistung von 
152 Megawatt und wird etwa 
600 Stunden im Jahr eingesetzt.

Planungsbeginn für den Erdgasröhrenspeicher war 2007. Die ersten Rohre wurden im Juli 2009 angeliefert. Sie haben einen Durchmesser von 140 Zentimetern und sind miteinander verschweißt. Die Rohre wurden wieder mit Erde bedeckt, die Fläche kann landwirtschaftlich genutzt werden.

Am Standort Ahrensfelde sind gegenwärtig etwa 25 Mitarbeiter beschäftigt.

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