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Hospizdienst noch zu wenig angenommen

KUKRAKAU / 01.11.2010, 08:44 Uhr
Panketal (In House) Von Kai-Uwe Krakau

Sterben menschenwürdig gestalten – das ist ein Grundgedanke der Hospizbewegung. Darüber, wie das in der Praxis aussieht und welche Angebote es im Barnim gibt, diskutierte der „Grüne Bürgerstammtisch“ in Panketal.

Rund 90 Prozent der Menschen, so eine Studie, wollen zu Hause sterben, doch der Tod kommt meistens im Krankenhaus. „Das zeigt, wie wichtig ein ambulanter Hospizdienst ist“, sagte Koordinator Bernd Butschkau am Freitagabend. Das Angebot des Evangelischen Vereins „Auf dem Drachenkopf“ in Eberswalde gibt es seit rund zehn Jahren – und es wird noch zu wenig genutzt.

„Viele Ärzte, Pflegedienste und auch Angehörige von schwerkranken Menschen beschäftigen sich kaum mit dem Thema“, so die Erfahrung von Butschkau. Dabei könnte der ambulante Hospizdienst durchaus wichtige Aufgaben übernehmen. Die Familienmitglieder seien in der Pflegesituation oft überfordert, die ehrenamtlichen Helfer hätten dagegen Zeit für Gespräche. „Das hilft enorm“, sagte der Hospizdienst-Koordinator.

Rund 60 einsatzbereite ehrenamtliche Helfer, die zuvor in einem 100-stündigen Kurs ausgebildet wurden, stehen dem ambulanten Dienst zur Verfügung. Sie sind relativ gleichmäßig im Barnim verteilt und können daher auch wohnortnah eingesetzt werden. „Lediglich im Bereich Klosterfelde gibt es einige 
Lücken“, so der Koordinator. Rund 300 Sterbebegleitungen, die übrigens kostenlos sind, hat es seit 2001 gegeben, diese dauern wenige Woche, mitunter aber auch bis zu zwei Jahre.

Besondere Voraussetzungen müssen die Helfer nicht erfüllen. „Oft sind es Menschen, die eigenes Leid erfahren haben und das anderer nun lindern wollen“, betonte Butschkau. Pflegerische oder hauswirtschaftliche Aufgaben werden von den Männern und Frauen nicht übernommen.

Der Verein mit seinen rund 40 Mitgliedern unterhält auch ein stationäres Hospiz in Eberswalde. Es ist eine hotelähnliche Einrichtung mit neun Zimmern, in der Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden, liebevoll betreut werden. „Wir nehmen Patienten unabhängig von Alter, Nationalität und Weltanschauung auf“, hob Lars Brunner hervor. Den Schwerpunkt der Arbeit bildeten die Schmerztherapie und die Symptombehandlung. Das Hospiz ist personell gut ausgestattet und fast immer ausgelastet. Die Einrichtung muss einen zehnprozentigen Eigenanteil aufbringen. Jährlich kommt dabei eine Summe von rund 70 000 Euro zusammen. Spenden sind daher immer willkommen.

Kontakt (ambulanter Hospizdienst): Telefon 03334 526312

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