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"Wunderkinder" - Film über Kinderfreundschaft im Krieg

Die Schauspielerin Gudrun Landgrebe als Lehrerin Irina Salmonova, am Rande der Dreharbeiten zum Kinofilm "Wunderkinder" mit den Wunderkindern Elin Kolev als Abrascha Kaplan, Imogen Burrell als Larissa Brodsky und Mathilda Adamik als Hanna Reich (l-r).
Die Schauspielerin Gudrun Landgrebe als Lehrerin Irina Salmonova, am Rande der Dreharbeiten zum Kinofilm "Wunderkinder" mit den Wunderkindern Elin Kolev als Abrascha Kaplan, Imogen Burrell als Larissa Brodsky und Mathilda Adamik als Hanna Reich (l-r). © Foto: dpa
03.11.2010, 17:24 Uhr
Putbus (DPA) Schon kurz nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1941 in die Sowjetunion besucht SS-Reichsführer Heinrich Himmler die ukrainische Stadt Poltawa. Er inspiziert dabei auch die Schule und kommt nach den Worten von Filmproduzentin Alice Brauner zu einem vernichtenden Urteil: Wenn er sich überlege, dass seine Kinder „mit diesem Pack“ zusammen lernen sollten, dann käme ihm nur ein Gedanke: Erschießen! Der Film „Die Wunderkinder“ beschreibt vor diesem historischen Hintergrund eine Freundschaft zwischen zwei ukrainisch-jüdischen Kindern und einem deutschen Mädchen in der Kriegszeit. Derzeit wird dafür in Putbus auf Rügen gedreht.

Für Produzentin Alice Brauner, Tochter der deutschen Filmproduzenten-Legende Artur Brauner, ist dieser Film eine Herzensangelegenheit, obwohl sie sich dem Thema Holocaust eigentlich nicht mehr habe widmen wollen. „Wenn mich nicht die Gnade der späten Geburt erwischt hätte, hätte ich eines dieser Kinder sein können“, sagt sie. Sie ist Jüdin, ihr Vater, der mit der CCC-Film allein 21 Filme über den Nazi-Terror produziert hat, stammt aus dem polnischen Lodz. Rund 1,5 Millionen jüdische Kinder wurden von den Nazis bis 1945 ermordet.

„Es gibt so viele Filme über diese Zeit“, sagt Alice Brauner. Doch „Die Wunderkinder“ sei anders, weil er das Geschehen konsequent aus der Perspektive der musikalisch hochbegabten Kinder erzähle. Der Einbruch des Krieges in ihr Leben stelle ihre Freundschaft auf eine harte Probe. „Der Film zeigt, wie der Wahnsinn von Erwachsenen die Seelen von Kindern zerstört.“ Insofern sei er auch universell und könne vor jedem Kriegshintergrund spielen. Regie führt Markus O. Rosenmüller.

Am Set im Theater Putbus bewegt sich derzeit ein Staraufgebot an deutschen Schauspielern. Kai Wiesinger, Gudrun Landgrebe, Michael Mendl und Liedermacher Konstantin Wecker haben tragende Rollen übernommen. Mark Zak, der auch im Film „The Tourist“ mit Angelina Jolie und Johnny Depp mitspielte, mimt den Vater des kleinen Abrascha. Zak stammt aus der Ukraine, ist Jude, und kam vor 35 Jahren nach Deutschland. Seine Großeltern seien im Zweiten Weltkrieg getötet worden, seine Eltern gegen die Deutschen marschiert. Deshalb sei es ihm persönlich wichtig gewesen, die Rolle zu übernehmen, erklärt er.

Für die Rollen der „Wunderkinder“ waren 400 Kinder gecastet worden. Der 13-jährige Geiger Elin Kolev aus Zwickau, der bereits in der Carnegie Hall in New York Konzerte gab, spielt die Rolle des Abrascha. Für Alice Brauner ist Elin ein „Jahrhunderttalent.“ Die Crew der CCC-Filmkunst dreht noch bis zum 9. November auf der Insel Rügen. Weitere Szenen entstanden bereits in Berlin und Nordrhein-Westfalen. Bis zum 17. November sollen die Dreharbeiten abgeschlossen sein. Der Film soll um die Jahreswende 2011/2012 in die Kinos kommen.

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