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Handwerker blicken nach Polen

Katrin Becker / 06.11.2010, 08:00 Uhr
Slubice (In House) Eine Informationsveranstaltung zum deutschen Arbeitsmarkt wurde in diesen Tagen von der Arbeitsagentur und dem Słubicer Arbeitsamt veranstaltet. Rund 30 Polen kamen ins Collegium Polonicum, um sich nach Möglichkeiten der Arbeitnehmerfreizügigkeit zu erkundigen .

Bei Aleksandra Ziomko von der Handwerkskammer erkundigte sich Kfz-Ingenieur Ryszard Lyzwinski nach seinen Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt und danach, wie er sein polnisches Diplom anerkennen lassen kann. Laut Aleksandra Ziomko fangen die deutschen Handwerksbetriebe an, auch in Polen nach Arbeitskräften zu suchen. In Bezug auf ausländische Kräfte liege das Hauptaugenmerk in Zukunft jedoch auf polnischen Schülern, die für eine Ausbildung gewonnen werden sollen. Keine Sorgen bereite die Öffnung des Arbeitsmarktes, denn „die Leute, die in Deutschland arbeiten wollten, sind schon da“, so die Außenwirtschaftsberaterin.

Renata Stanicka vom Kreisarbeitsamt Słubice vermutet, dass vor allem Geringqualifizierte Arbeit jenseits der Oder suchen werden. Problematisch wäre es, wenn verstärkt Ärzte und Ingenieure aus Polen abwanderten.

Adriana Sałyga kam eher aus Neugierde . Die 31-jährige Słubicerin hat keine abgeschlossene Berufsausbildung, spricht nach eigener Einschätzung aber ganz gut Deutsch. Vor wenigen Tagen hatte sie zwei Bewerbungen bei Frankfurter Einzelhandelsunternehmen abgegeben und wartet nun auf Antwort.

Die EURES-Beraterin der Arbeitsagentur Regina Gebhardt-Hille gab den rund 30 Interessierten einen Überblick über den deutschen Arbeitsmarkt: wie man nach Arbeitsplätzen sucht, welche Berufsgruppen jetzt schon in Deutschland arbeiten dürfen, dass Bewerbungen hierzulande üblicherweise mit einem Foto versehen werden oder wie viel ein deutscher Arbeitnehmer durchschnittlich verdient. In weiteren Vorträgen ging es außerdem um Details zum Sozialversicherungssystem oder des Steuerwesens. Hierzu waren Experten der Renten- und Krankenkassen anwesend, ebenso Rechtsberater und die Handwerkskammer Frankfurt.

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egal 07.11.2010 - 21:53:52

billigarbeiter anwerben

man kann es auch anders nennen- deutsche arbeitnehmer suchen billigarbeitskräfte. ich selbst war jahrelang bei bauabnahmen dabei und weiss wie die sogenannten polnischen fachkräfte arbeiten. das nachsehen hat dann meist der auftraggeber/Bauherr. da es in polen andere gesetze und vorschriften gibt und polnische arbeiter nicht mit den deutschen auskennt kommt es oft zu pfusch am bau. es ist traurig dass es jetzt mode wird sich auf billigarbietskräfte zu berufen,weil man sonst nicht mit den preisen konkurrieren kann

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