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Zwei Meilen bis Fürstenwalde

Meilenstein in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Storkow: An der Hauswand darüber ist die Informationstafel angebracht.
Meilenstein in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Storkow: An der Hauswand darüber ist die Informationstafel angebracht. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Iris Stoff / 16.11.2010, 08:29 Uhr
Storkow (In House) Von Storkow bis Fürstenwalde betrug die Entfernung einst nur zwei Meilen. Gemeint ist bei dieser Angabe allerdings die preußische Meile, und die betrug 7,53248 Kilometer. In Storkow und bei Kolpin gibt es noch Meilensteine aus dieser Zeit, die als wichtige Denkmale der Verkehrsgeschichte gelten.

„Der Bau der Chaussee von Fürstenwald nach Storkow ist von 1864 bis 1866 erfolgt“, sagt Hilmar Burghardt. „Fertigstellung war am 1. Mai 1866. Eine Chausseegeldstelle wurde in Rauen gebaut.“ Burghardt engagiert sich in der Forschungsgruppe Preußische, Mecklenburgische und Anhaltinische Meilensteine e.V., die sich kürzlich auch mit dem Straßenbaugeschehen im Altkreis Beeskow-Storkow befasst hat. Diese Forschungsgruppe sieht ihre Aufgabe darin, die Historie des Straßenbaues und der Meilensteinsetzung auch im ehemaligen Preußen zu erforschen, zu dokumentieren und zu publizieren. Anliegen ist es, die Meilensteine als Zeugen der Verkehrs- und Vermessungsgeschichte zu bewahren und auf sie aufmerksam zu machen.

Meilensteine wurden auf dem deutschen Territorium im 18. und 19. Jahrhundert aufgestellt. Sie dienten zunächst der Post und wurden mit Beginn des Chausseebaus auch zur Bestimmung der Chausseelängen errichtet. Mit Einführung des metrischen Systems in Deutschland (1872 bis 1875) verloren sie an Bedeutung, teilweise wurden sie umgesetzt und mit Kilometerangaben versehen.

„Die alte Chaussee Fürstenwalde–Storkow ist genau zwei preußische Meilen lang, eine preußische Meile sind genau 7,53248 Kilometer“, erklärt Hilmar Burghardt. Der Nullpunkt sei die Schleusenbrücke in Fürstenwalde gewesen. Die Chaussee endet in der heutigen Breitscheid-Straße in Storkow, am Abzweig der B 246 in die Ernst-Thälmann-Straße. Dort ist noch der alte Meilenstein zu besichtigen mit der Aufschrift „Fürstenwalde 2 Meilen“. Im Zuge des Ausbaus der Ortsdurchfahrt der B 246 ist dieser Stein restauriert worden. An der Hauswand darüber gibt eine Tafel genauere Auskunft über dieses technische Denkmal.

Der Dachdeckermeister Andreas Brenning, ein gebürtiger Storkower, der jetzt wie Hilmar Burghardt in der Lutherstadt Eisleben wohnt, hat diese Tafel gespendet. „Als ich ihm von der Sache der Meilensteine erzählte, ist er sofort Feuer und Flamme gewesen“, schildert Hilmar Burghardt. Andreas Brenning hat außerdem die Lehr- und Lerntafel spendiert, die jetzt an dem zweiten Meilenstein an der Chaussee Fürstenwalde–Storkow angebracht ist. Dieser befindet sich am rechten Straßenrand hinter Kolpin Richtung Rauen, etwa auf Höhe des Abzweigs nach Markgrafpieske. Genau eine preußische Meile vor Fürstenwalde. „Allen, die daran beteiligt waren, diese Zeugnisse der Straßenbaugeschichte zu bewahren, ein großes Dankeschön“, sagt Hilmar Burghardt.

www.forschungsgruppe-meilensteine.de

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