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Vom Bus direkt in die Bahn

So soll es einmal aussehen: Nach dem Entwurf von Architekt Andreas Thierbach wird am TeGeCe gebaut.
So soll es einmal aussehen: Nach dem Entwurf von Architekt Andreas Thierbach wird am TeGeCe gebaut. © Foto: IGF
Annette Herold / 23.11.2010, 12:02 Uhr - Aktualisiert 23.11.2010, 12:46
Markendorf (In House) Vom nächsten Frühjahr an sollen Fahrgäste in Markendorf vom Bus in die Bahn umsteigen können und umgekehrt. Die Stadtverkehrsgesellschaft hat dafür mit dem Umbau der Haltestelle am TeGeCe begonnen. Begonnen wird damit aber zunächst in verkehrsschwachen Zeiten. Die Wartezeiten sollen kurz gehalten werden. Der Bau kostet 1,5 Millionen Euro. Am 
31. Mai 2011 soll die Haltestelle fertiggestellt sein.

Längst vorbei sind die Zeiten, als die Straßenbahnen zum Schichtwechsel am Halbleiterwerk im Zwei-Minuten-Takt abfuhren. Das Gelände des DDR-Großbetriebs wird als Technologie- und Gewerbecenter vermarktet, und inzwischen steigt hier in die Bahn, wer bei Yamaichi, Oder-Rohre, dem Landeslabor oder in einem der anderen Unternehmen arbeitet. In ihrer jetzigen Anlage zu groß ist die Haltestelle der Stadtverkehrsgesellschaft dennoch – weil längst nicht mehr so viele Bahnen fahren wie noch vor 20 Jahren. Zwei von vier Gleisen sollen an der Endhaltestelle der Tram-Linien 1 und 4 demontiert werden. Außerdem plant die Stadtverkehrsgesellschaft SVF, dort eine Umsteigemöglichkeit vom Überlandbus in die Straßenbahn und umgekehrt zu schaffen.

Allerdings nicht in dem Umfang, wie ursprünglich erhofft. „Wir fangen klein an und wollen in die Sache hineinwachsen“, formuliert es Hartmut Huwe, SVF-Geschäftsbereichsleiter Technik. Um den Landkreis Oder-Spree vom Sinn der Idee zu überzeugen, solle mit dem Wechsel auf den Winterfahrplan 2011 damit begonnen werden, in verkehrsschwachen Zeiten „den Verkehr zu brechen“, wie die Fachleute sagen. Das heißt, dass Busse aus Müllrose in Markendorf enden und dort auch wieder abfahren.

Für die Fahrgäste werde sich am Komfort nichts ändern, versichert Hartmut Huwe. Großzügig gestaltete Wartehäuschen – für ganz Neugierige: ähnliche Modelle wie die an der Conergy-Haltestelle – sollen an ungemütlichen Tagen die Möglichkeit zum Unterstellen bieten. Allerdings gehen die Verkehrsexperten davon aus, dass es möglichst kurze Wartezeiten geben wird, so dass die Reisenden ihre Fahrt möglichst nahtlos fortsetzen können. Für die Wintermonate lasse sich das jedoch nicht immer sicherstellen, sagt Hartmut Huwe. „Die Straßenbahn wird pünktlich sein. Aber vom Bus, der ja erst über Land muss, wissen wir das nicht.“

Am 31. Mai soll der Bau fertiggestellt sein. Inzwischen sind die ersten Gleise demontiert. Den Zuschlag für das 1,5 Millionen Euro teure Projekt hat eine Bietergemeinschaft erhalten – bestehend aus dem Tiefbauunternehmen Buchwald und Balfour Beatty, ein Fahrleitungs- und Gleisbauspezialist. Beworben haben sich zwei Bieter; sechs weitere hatten die Ausschreibungsunterlagen angefordert. 1,1 Millionen Euro für das Vorhaben werden mit Fördermitteln des Bundes finanziert.

Fast die Hälfte des Geldes wird in den Gleisbau fließen, wie Hartmut Huwe vorrechnet. Ein Anteil von 30 Prozent ist für den Straßenbau veranschlagt; zwölf Prozent für die neue Fahrleitung. Die restlichen acht Prozent werden unter anderem für die Gestaltung der zur Haltestelle gehörenden Grünanlagen aufgewandt.

Die Einschränkungen für die Fahrgäste während der Bauzeit sollen so gering wie möglich sein, wie Hartmut Huwe sagt. „Höchstens wochenweise“ sei damit zu rechnen, dass die Haltestelle nicht von der Straßenbahn angefahren wird. Allenfalls das Ein- und Aussteigen könne in den nächsten Monaten gelegentlich etwas beschwerlicher sein, wirbt Hartmut Huwe um Verständnis. „Wir hoffen, dass wir pünktlich fertig werden.“ Wenn der Winter nicht gar zu streng ausfalle, sei das auch zu schaffen.

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Marco Habeck 24.11.2010 - 15:26:04

Fahrer

Interessant wäre was der VBB von dieser Idee hält. Auch zu folgenden Fragen: Wie werden Anschlüsse gewährleistet? Wie beeinflusst es die Reisezeiten? Wie wird das Problem der Waben gelöst, welches Ticket ist gültig? Trägt der VBB das Vorhaben mit? Welche Meinung hat der VBB dazu? Das wäre eine Aufgabe für die Redaktion. Denn ohne den VBB geht das nicht. Auch andere Verkehrsunternehmen lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Auf die Antwort bin ich gespannt.

Sabine Pohl 23.11.2010 - 23:41:24

Fahrpreise

Ja, die Sache mit der Erreichbarkeit von Anschlüssen bezweifle ich ebenso wie in dem ersten Kommentar abgegeben wurde. Wenn ein Zug aus Berlin verspätet in Ffo ankommt, dann wird der Fahrgast in Richtung Müllrose/Beeskow/Eisenhüttenstadt in Markendorf stehen und nichts geht mehr - sein letzter Bus ist längst abgefahren oder, wenn er Glück hat, fährt ein Bus in Stunden..!! Und was ist denn mit den Jobtickets oder Monatskarten: Bisher reichte das für einen Kreis, nämlich LOS aus. Straßenbahn und Busse der Stadtlinien durften damit nicht benutzt werden. Müssen die Besitzer solcher Karten nun auch den Bereich "FF" dazu kaufen? Das gleiche Problem stellt sich auch dann, wenn irgendwann die Busse aus MOL am Spitzkrug enden und die Leute dann dort auch umsteigen müssen, um in die Innenstadt oder zum Bahnhof zu kommen.

fahrer 23.11.2010 - 21:00:33

so ein Schwachsin

Der Dumme ist der Reisende für den sich die Fahrzeiten erheblich verlängern werden. Erst recht wenn Anschlüsse verpasst werden. Dann sitzen die Fahrgäste sehr lange dort herum. Ich möchte bezweifeln das auch der Anschluss an die Regionalzüge ermöglicht wird. Das hat bis jetzt nie geklappt. Wenn diese Ankommen auch eine Bahn zu bekommen. Meisten sieht man nur die Rücklichter der Bahn. So ist das eben wenn man einen festen 20min Takt fährt. Mit den 30min Abends sieht es noch schlimmer aus. Anschluss vergeblich. Da sind Sie mit laufen schneller als auf die Bahn zu warten. Die Ursache warum man das macht ist die Fehlplanung des Bahnhofs. Der dem Anfahrvolumen nicht gewachsen ist. Ich bin gespannt ob sich der VBB darauf einlassen wird. Am ende ist viel Geld verschwendet für nichts. Siehe die Wendeschleife an der Helene. Ach ja es gab Fördergelder ;)

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