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„Wohin sollen wir das Wasser pumpen?“

Ulf Grieger / 01.12.2010, 18:10 Uhr
Manschnow (In House) Der anhaltende Frost verschärft die Probleme der vom Binnenhochwasser betroffenen Oderbrücher. Um Haus und Heizung zu retten, müssen sie ihre Keller kontinuierlich auspumpen. Doch die Anlagen drohen einzufrieren. Jetzt fordern sie Ausnahmegenehmigungen, um die Schmutzwasserkanäle zu nutzen.

„Ja, wohin sollen wir denn das Wasser pumpen?“ Berndt Gnilka aus Manschnow hat die Ratschläge der Baufachleute zum Thema Mauerwerkssicherung in der MOZ genau studiert. Aber die Umsetzung ist durch den Frost nahezu unmöglich: „Wenn wir es in den Garten pumpen, friert uns alles ein. Und in den Schmutzwasserkanal dürfen wir es ja nicht pumpen.“

Zur Golzower Amtsausschussitzung hatten die Vertreter der Gemeinden den Amtsdirektor beauftragt, mit dem WAZ Seelow zu verhandeln, um in Härtefällen eine Ausnahmegenehmigung zum Einleiten von Regenwasser ins Kanalnetz des Wasserverbandes zu erreichen. Generell, das machte Heinz Wilke, er vertritt Bleyen-Genschmar auch in der WAZ-Versammlung, sei solch eine Einleitung natürlich untersagt. Aber den Menschen müsse geholfen werden.

Golzows Amtsdirektor versicherte, dass alles unternommen werde, um Betroffenen, die sich selbst nicht mehr helfen können, Hilfe zukommen zu lassen. Besondere Aufmerksamkeit gelte den älteren Bürgern, Schwangeren und Familien mit Kindern. Dazu hat es gestern auch eine Abstimmung mit Landrat Gernot Schmidt gegeben. Die Amtsverwaltung gehe den Hinweisen nach, die Betroffene am Bürgertelefon des Kreises (Tel. 03346 850 440) geben.

Ebert dankte den Einsatzkräften der Feuerwehren, die in den vergangenen Wochen viel geleistet haben, um Keller leer zu pumpen und somit die Funktionsfähigkeit von Heizungsanlagen erhalten haben. „Aber eines ist auch klar: Unsere Feuerwehren können nicht das ganze Oderbruch leerpumpen. Das Wasser muss auch abfließen können.“ Amtsbrandmeister Andreas Zwick informierte, dass die Wehren in Manschnow, Küstrin-Kietz und künftig auch Golzow über starke Pumpen verfügen. Sollten diese nicht reichen, könne man auch Hilfe vom Feuerwehrtechnischen Zentrum des Kreises in Strausberg oder von der Seelower Wehr bekommen.

Auf Antrag von Dieter Rauer, Vorsitzender des Amtsausschusses, bewilligten die Abgeordnete eine Spende von 
2500 Euro zur Finanzierung des Gutachtens, das der Bauernverband in Auftrag geben will, um die Mitschuld der Landespolitik am Binnenhochwasser nachzuweisen. Auch in den Gemeinden des Amtes werden dafür Spenden gesammelt.

Bei einem Gespräch mit Umweltministerin Anita Tack erwartet Bettina Fortunato, Landtagsabgeordnete der Linken, am Freitag gemeinsam mit Landrat Gernot Schmidt, dem Kreistagsabgeordneten Bodo Schulz und Gedo-Chef Martin Porath eine Zusage zur Finanzierung der Gewässerunterhaltung in der Höhe von 
1,3 Millionen Euro. Zudem stehen Sofortkredite für Betroffene und die Frage, ob aus Landessicht Naturschutz wichtiger ist als Existenzsicherung auf der Tagesordnung.

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