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Schloss Heinersdorf - Abriss oder Rettung

Ein Bild des Jammers: das Schloss in Heinersdorf verfõllt immer mehr. Foto: MOZ/Anke Bei▀er
Ein Bild des Jammers: das Schloss in Heinersdorf verfõllt immer mehr. Foto: MOZ/Anke Bei▀er © Foto:
ABEISZERN / 06.09.2008, 09:01 Uhr
Steinhöfel/Heinersdorf Von Anke Beißer

Am Heinersdorfer Schloss erhitzen sich die Gemüter der Steinhöfeler Gemeindevertreter. Bund und Land sind an einer Sanierung interessiert, stellen dafür mehr als 210 000 Euro in Aussicht. Steinhöfel müsste rund 70 000 Euro zuschießen. Die Einen nennen es eine einmalige Chance. Andere wollen das Schloss lieber platt machen.

Die Entscheidung ist zweifelsfrei nicht einfach. Im Investitionsplan der Gemeinde Steinhöfel taucht das Schloss Heinersdorf bis 2012 nicht auf. Das Haus zerfällt immer mehr. Um das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten, müsste dringend investiert werden. Doch es mangelt an Geld und an einem tragfähigen Konzept, dass eine Runderneuerung rechtfertigt und die darauffolgende Nutzung garantiert.

Jetzt, so Bürgermeister Wolfgang Funke, habe sich allerdings die einmalige Chance ergeben, das Schloss zu retten - zumindest seinen Verfall zu stoppen. Es gebe prominentes Interesse am Erhalt. "Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka war extra wegen der Stuck-Decken dort", so Funke. Inzwischen sei signalisiert worden, dass das Schloss in ein Programm von Bund und Land aufgenommen werden könnte. Das verspricht eine 75-prozentige Förderung des Projektes. Würde Steinhöfel rund 70 000 Euro auftreiben, kämen mehr als 210 000 Euro quasi als Geschenk obendrauf. "Das würden wir in 28 Jahren nicht aufbringen", wirbt Funke für das verlockende Angebot.

Gemeindevertreter und auch Kämmerin Renate Wels mahnen, dass das Geld schlichtweg nicht da sei. Vor dem Hintergrund knapper Kassen ist nun eine Debatte fernab vom Groß-Gemeinde-Denken entbrannt. Heinersdorfern liegt das Schloss am Herzen. Der Ortsteil sollte dann aber, so ein Vorschlag, auf alles andere verzichten. Dieter Nickel aus Demnitz verwies auf die Sanierung vom Schloss Hasenfelde. "Da wird zweimal im Jahr Geburtstag gefeiert. Das war rausgeschmissenes Geld." Andere, wie Monika Pooch aus Beerfelde, hätten gar mit dem Abriss kein Problem.

Bisher war alle Diskussion Vorgeplänkel. Am Donnerstag sollen sich die Gemeindevertreter entscheiden, ob die Förderung beantragt werden soll.

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