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Alt werden im eigenen Zuhause

Daniela Windolff / 04.12.2010, 09:02 Uhr
Angermünde (In House) In den eigenen vier Wänden alt werden, das ist der größte Wunsch der meisten alten Menschen. Doch spätestens wenn das Treppensteigen schwerfällt und Unterstützung im Haushalt nötig wird, kann das zum Problem werden. Altersgerechter Wohnraum ist noch rar. In Angermünde erfüllt sich dieser Traum in Kürze. Hier entstehen 24 Seniorenwohnungen.

Noch einmal wird Margarete Buch die Umzugskisten packen, liebgewordene Möbel verstauen und sich neu eingewöhnen müssen. Die 80-jährige Angermünderin zieht um. Sie wird ihren Lebensabend in einer der 24 altersgerechten Wohnungen verleben, die gerade im Grundmühlenweg neu entstehen. „Ich wohne jetzt in der Breitscheidstraße in einer großen, schönen Wohnung, doch das Treppensteigen in den zweiten Stock schaffe ich nach zwei Operationen kaum noch“, sagt die Seniorin. Zum Richtfest des Neubaus hatte Margarete Buch Gelegenheit, schon einmal die künftigen vier Wände zu besichtigen. Die Wohnung ist nur 41 Quadratmeter groß, aber mit Balkon und Fahrstuhl, Freizeiträumen im Erdgeschoss und Pflegedienst bei Bedarf im Haus. Der Pflegedienst Vivatas wird sowohl die Freizeitstätte im Haus betreuen, die auch für Senioren aus der Nachbarschaft offen steht, als auch bei Bedarf häusliche Pflege und Betreuung anbieten, so dass dem Wunsch der älteren Mieter, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben zu können, entsprochen werden kann.

Margarete Buch wird künftig Wand an Wand mit ihrem Lebensgefährten Gerhard Prüfer wohnen können, der die Nachbarwohnung gemietet hat.

Alle 24 Wohnungen waren lange vermietet, bevor der Richtkranz auf den Rohbau gehievt und mit Mietern und Bauleuten gemeinsam gefeiert wurde. Bauherrin ist Maria Holtmann, Bauträger die W u. V Wohnungsverwaltungs- und Vermietungs GmbH. „Wir bauen nicht nur alters- und behindertengerechte Zweiraumwohnungen, die auch rollstuhlgerecht sind, wir bauen auch nach modernen energetischen Maßstäben. So wird eine Solaranlage für warmes Wasser sorgen und die Betriebskosten niedrig halten helfen. Wir rechnen mit 20 bis 30 Prozent weniger Heizkosten“, informiert Bauleiter Georg Schmidt. Die Wohnungen sind mit Fußbodenheizung ausgestattet. Der Treppenflur wird großzügig gebaut, so dass auch genügend Stellfläche für Rollatoren vorhanden ist. Ein Fahrstuhl gehört zum Standard.

Gerhard Prüfer kann den Einzug kaum erwarten. „Mit ist die Gegend vertraut, ich bin hier ganz in der Nähe aufgewachsen. Es gibt viele Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe, die auch für alte Leute zu Fuß zu erreichen sind. Und ich habe im Haus künftig viele Bekannte, mit denen man sich sicher oft im Gemeinschaftsraum treffen wird.“ Einzugstermin für die Mieter ist im Frühjahr. Bis dahin soll auch das Außengelände gestaltet werden, So soll die Rückwand eines alten Stallgebäudes in der Nachbarschaft begrünt und ein Fahrradhaus gebaut werden. Das Wohnhaus ist nicht unterkellert.

Die Bauherren planen bereits das nächste Wohnhaus, das nebenan auf der Brachfläche neben dem Finanzamt entstehen soll. „Wir wollen dort 35 Eigentumswohnungen bauen“, berichtet Georg Schmidt.

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