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Zusammenhalt von Beginn an

Auf das Jubiläum: Zur Festsitzung stieß Ortsvorsteher Botmer Mischke (r) mit den Festgästen, darunter die Bürgermeister sowie die Ortsvorsteher aller Ortsteile, und zahlreichen langjährigen Partnern, an.
Auf das Jubiläum: Zur Festsitzung stieß Ortsvorsteher Botmer Mischke (r) mit den Festgästen, darunter die Bürgermeister sowie die Ortsvorsteher aller Ortsteile, und zahlreichen langjährigen Partnern, an. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 13.07.2016, 06:23 Uhr
Sophienthal (MOZ) Mit einer Festsitzung im Gasthaus "Sophienthaler Hof" sind am Montag die Veranstaltungen zum 250. Jubiläum der Spinnerdörfer in ihre heiße Phase getreten. Ortsvorsteher und Bürgermeister der Nachbardörfer überbrachten den Jubilaren Glückwünsche.

"250 Jahre Wollspinner-Kolonien an der Drögen Werfft" ist der Titel sowohl der 100-seitigen Jubiläumsbroschüre als auch der Ausstellung, die an den Wänden des Sophienthaler Hofes bewundert werden können. Der Ortsbeirat und Christiane Axmann hatten dank Lottomittel des Landes die Möglichkeit, einen opulenten Streifzug durch die Geschichte von Rehfeld, Sophienthal und Sydowswiese zu gestalten. Broschüre wie Ausstellung wurden von den Gästen der Festsitzung, darunter die SPD-Landtagsabgeordneten Simona Koß und Jutta Lieske sowie Vize-Landrat Friedemann Hanke, gern als Anregung genutzt, um beim Beisammensein in Erinnerungen zu schwelgen. Edgar Petrick hatte es übernommen, in seiner Festrede an einigen Stationen länger zu verweilen. Er betonte, dass die Spinnerdörfer mit ihren 250 Jahren zu den Jungen im Oderbruch gehören. Der nördliche Teil des Bruchs war bekanntlich schon knapp 13 Jahre zuvor kolonisiert worden. Petrick erinnerte an die Pionierarbeit der aus halb Europa stammenden ersten Generation, an die Zerstörungen durch Kriege, Brände und Hochwasser. Für die heutige Zeit sei es wieder aktuell, Werber zu senden, um Kolonisten zu gewinnen. Als gemeinsames Band in all den Jahren machte Petrick den Gemeinschaftssinn und den sozialen Zusammenhalt aus.

Letschins Bürgermeister Michael Böttcher verglich die Oderbruch-Trockenlegung mit dem BER-Flughafen und musste feststellen, dass der Alte Fritz noch Großes mit einem Bruchteil an Zeit und Geld vollbringen konnte. Die Spinnerdörfer hätten sich in der Geschichte und auch heute nie die Butter vom Brot nehmen lassen, würden stets um ihre Belange kämpfen. Das sei zum Spinneraufstand 1769 nicht anders als nach dem Binnenhochwasser vor fünf Jahren gewesen.

Horst Müller von der Arbeitsinitiative Letschin überreichte ein Insektenhotel und berichtete von dem Vorhaben, das Areal am Von-Haerlem-Blick in Sydowswiese zu gestalten. Informationstafeln werden dort auch über den Bau den Neuen Deiches berichten, bei dem sowohl Insassen des Reichsarbeitsdienstlagers Nieschen als auch Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beteiligt waren. "Hier in diesem Saal waren ab 1941 russische Kriegsgefangene untergebracht", informierte er von einem der Zeitzeugengespräche. Jutta Lieske freute sich als ehemalige Bürgermeisterin von Letschin, dass auch drei ehemalige Sophienthaler Bürgermeister wie Lothar Kurz, Roswitha (Gottschlag) Schumann und Sabine Lenz zur Festsitzung gekommen waren.

Von Günter Sternekicker aus Ortwig, Manfred Neubauer aus Letschin und Dieter Rauer aus Zechin, der als langjähriger Genossenschaftschef auch die Geschicke Sophienthal mitgestaltete, überreichten Bäumchen. Mit Verweis auf die nachtaktiven Nager, die dem Dorf schon viele Bäume gekostet haben, nahm Botmer Mischke die Geschenke gern an. Manfred Neubauer erinnerte daran, dass viele Letschiner in Sophienthal ihr Glück gefunden haben und auch Karin Rindfleisch aus Groß Neuendorf betonte die engen Beziehungen zwischen den Dörfern.

Werner Eschbach wurde für seine Verdienste um die Sommerfeste, Christiane Axmann für die wunderbare Gestaltung von Ausstellung und Broschüre sowie Wilfried Ewald für seinen unermüdlichen Einsatz für das Dorf gewürdigt. Botmer Mischke dankte allen, die bei der Festvorbereitung geholfen haben, besonders den Sponsoren.

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