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In den Gosener Bergen zieht Leben ein

Anke Beißer / 08.12.2010, 08:58 Uhr
Gosen (In House) Schrittweise erwachen die Gosener Berge aus ihrem Dornröschenschlaf. Nachdem die Paasche Grundbesitz AG das 32 Hektar große Areal im März 2007 erworben hat, wurden unter anderem zwei Plattenbauten saniert und die rund 120 Wohnungen darin fast komplett vermietet. Die Sanierung am Haus 1 hat begonnen.

Das hügelige Gelände zwischen dem eigentlichen Dorf und dem Seddinsee fristete lange ein verborgenes Dasein. Zu DDR-Zeiten gewollt, schließlich hatte die Staatssicherheit 1988 hier ein Schulungszentrum für Auslandsagenten eingeweiht. Es fehlte an nichts: Unterkünfte, Veranstaltungsräume nebst Großküche, Kino, Schwimm- und Turnhalle, Wochenendbungalows, Garagen, Bunker, sogar ein Klärwerk.

Nach der Wende wirkte das Objekt kaum präsenter. Das Grundstück gehörte dem Land Berlin, und das initiierte Hotel- und Kongresszentrum kam nicht so recht in Fahrt. Übergangsweise nutzte die Neu Zittauer Gesamtschule einige Räume, aber besonders viel war nicht los.

Das hat sich in den zurückliegenden dreieinhalb Jahren gewandelt. Der Investor geht mit Idealismus und Phantasie an die Entwicklung des Areals. Wie Edmund Heidner, der Vorstand der Paasche Grundbesitz AG, der MOZ sagte, gehören summa summarum 56 Gebäude zu dem Objekt, das in der Vermarktung den Namen Bergpark Gosen trägt: zehn Bungalows, im Zwiebusch Garagen, ein Wohnhaus, Bunker und Bunkerhalle – alles vermietet – sowie weniger abseits besagte und genutzte Turnhalle, die vor sich hindümpelnde Schwimmhalle, ein Schießstand, die Gaststätte, ein Kino, sechs Plattenbauten.

Zwei davon, Haus 8 und 9, wurden für eine Million Euro saniert, nachdem der Investor das Objekt 2007 gekauft hat. Damals, so sagt Heidner, sei ein Großteil der Wohnungen schon vermietet gewesen, heute spricht er von einer Vollvermietung. „Hier wohnen Studenten, Arbeitnehmer, Rentner, Familien. Viele von ihnen sind aus Berlin hier raus gezogen.“ Den Anteil der Hartz-IV-Bezieher in den rund 120 Sozialwohnungen gibt er mit etwa 17 Prozent an.

Derzeit wird am nächsten Wohn-Projekt, an Haus 1, gearbeitet. Der Plattenbau wurde entkernt und damit für die künftig 2700 Quadratmeter Wohnfläche – 44 Zwei- und zwei Vier-Raum-Wohnungen – vorbereitet. Das Domizil soll Balkone und Aufzüge bekommen, Ansprüche an einen gehobenen Wohnstandard erfüllen. Zwei Millionen Euro stehen dafür bereit.

„Wenn wir mit allem fertig sind, können hier mal bis zu 400 Leute leben“, so Heidner. Mit einer guten Infrastruktur. Denn es gibt eine Gaststätte, die all die Jahre Bestand hatte, auch für Veranstaltungen gern genutzt wird. Hinzu kommen gute Erholungsmöglichkeiten. Es gibt den Zugang zum See, einen Kanuverleih, ein Tiergehege.

Mit dem Zentrum für Bildung, Beschäftigung und Kultur wird zudem an einem Naturtourismus-Projekt gefeilt. Die Berliner wollen in den Bergen, quasi im Inneren des Geländes, einen vier Kilometer langen Barfußpfad bauen.

„Die Schwimmhalle wird weiter verfallen“, bedauert Heidner. Er wollte das Becken mit Sand füllen, einen Schlechtwetter-Spielplatz unterbringen. Leider habe der Kreis die Idee abgewiesen – die Halle liegt im Außenbereich, kann baulich nicht auf Vordermann gebracht werden.

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