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Einkommensschere zwischen Ost und West geht wieder auseinander

08.12.2010, 17:38 Uhr - Aktualisiert 08.12.2010, 18:14
Berlin (DDP) Auch Jahre nach der Wiedervereinigung macht es auf dem Konto einen nicht geringen Unterschied, ob der Wohnort in Ost- oder Westdeutschland liegt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch hatten die Haushalte in den neuen Ländern und Ost-Berlin 2008 ein Bruttoeinkommen von durchschnittlich 2.867 Euro im Monat - das entspricht 74 Prozent des Einkommens der Haushalte im früheren Bundesgebiet, das bei 3.899 Euro lag.

2003 war der Abstand bereits geringer. Daneben bezogen Ost-Haushalte mehr Geld aus Transferleistungen. So betrug der Anteil von Rente, Kindergeld oder Arbeitslosengeld am Gesamteinkommen in den neuen Ländern 29 Prozent, in Westdeutschland lag er bei 22 Prozent.

Die Daten sind Ergebnisse der Einkommens- und Verbraucherstichprobe (EVS), die alle fünf Jahre stattfindet. 2008 befragten die Statistiker 60 000 Haushalte mit einem Einkommen von weniger als 18 000 Euro monatlich. 55 110 davon machten ausführliche Angaben zu ihren Einnahmen und Ausgaben.

Das niedrigere Einkommensniveau in den neuen Ländern macht sich demnach auch in der Verwendung bemerkbar. Obwohl sie am Monatsende weniger Geld auf dem Konto haben, geben die Haushalte in den neuen Ländern und Ost-Berlin mehr davon aus als die Haushalte im Westen. Die Konsumquote liege im Osten mit 79,8 Prozent um 4,8 Prozentpunkte über Westniveau, hieß es. Gleichzeitig legten die Haushalte in den alten Ländern mehr Geld auf die hohe Kante: 335 Euro wurden monatlich im Schnitt gespart, während in Ostdeutschland durchschnittlich 213 Euro zurückgelegt wurden.

Den Statistikern zufolge verdiente ein Privathaushalt 2008 im Schnitt 3.707 Euro brutto. 62 Prozent davon stammten aus eigenen Einkünften, also sowohl aus selbst- als auch unselbstständiger Arbeit. 23 Prozent des Bruttoeinkommens erhielten die Haushalte aus öffentlichen Transferleistungen. Einnahmen aus Vermögen machten anteilig etwas mehr als zehn Prozent des Gesamteinkommens aus, gefolgt von Geldgeschenken oder Einnahmen aus Untermiete.

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Heinz Müller 09.12.2010 - 18:52:43

Kein Wunder

Wenn aus dem Osten die leistungsschwächsten Schüler kommen, die Produktivität geringer ist, die Guten wg/besserer Rahmenbedingungen abwandern, ist es nicht verwunderlich, wenn die Einkommen zurückfallen. Wie man wählt, so bettet man sich !

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