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Der Check – heute: Standesamt

Stadtverwaltung Frankfurt: Im Grünen heiraten?

Derzeit ist es nicht möglich, auf der Insel Ziegenwerder zu heiraten.
Derzeit ist es nicht möglich, auf der Insel Ziegenwerder zu heiraten. © Foto: dpa/Patrick Pleul
Rober Iwanetz / 03.10.2011, 20:57 Uhr - Aktualisiert 29.08.2017, 15:22
Frankfurt (MOZ) Robert und Judith überlegen, ob sie in ihrer Heimatstadt Frankfurt heiraten sollen. Die beiden Studenten aus München und Pforzheim wollten deshalb wissen, ob man sich auch außerhalb des Standesamtes trauen lassen kann.

Die Wände sind dreckig, die Vorhänge mintgrün und die Zwischendecken und Heizungsverkleidungen noch aus Ostzeiten. Das Trauzimmer im Standesamt Frankfurt ist wahrlich kein Hinguckerund bedarf dringend einer Renovierung, das sehen selbst die Mitarbeiter in der Behörde so. Aber kann man sich in Frankfurt überhaupt an einem anderen Ort trauen lassen? Im Sommer hatte die Stadt zumindest verkündet, Vorschläge sammeln zu wollen.

Doch im Rathaus sorgt Renate Hänsel schnell für Ernüchterung. „Als Alternative können wir im Moment nur Räumlichkeiten im Kleist-Museum anbieten“, erklärt die Mitarbeiterin des Standesamts. Gern würde man zwar – ähnlich wie in Alt Madlitz – Hochzeiten im Freien anbieten, zum Beispiel auf dem Ziegenwerder, aber dafür müsse dort mindestens ein Pavillon stehen, der als Trauzimmer ausgewiesen ist. Zudem bedarf es Stühle und Tische für die Formalitäten. „Schon seit sieben Jahren fordern wir neue Räumlichkeiten“, sagt Hänsel. Doch Personalknappheit und Bürokratie hätten die Pläne des Standesamts bislang durchkreuzt. Beim Behörden-Check fehlte es dem Amt jedoch auch an Flexibilität, zumindest wenn es um Wünsche der Brautpaare ging. So sei es zum Beispiel nicht möglich, dass Freunde oder Familienangehörige anstelle der Standesbeamten Gedichte oder Erzählungen während der Zeremonie vortragen, erklärte Hänsel. Allerdings könne man die Trauung ausschließlich auf den gesetzlichen Teil reduzieren.

Eigene Musik ist in Frankfurt dagegen kein Problem. Und auch am Wochenende kann man in der Stadt heiraten. 2012 gibt es wieder zahlreiche Samstagstermine für Heiratswillige. Nur während des Stadtfests sei eine Trauung schwierig. „Da versteht man kaum noch sein eigenes Wort hier“, sagt Hänsel.

Bis zum Herbst sollten Vorschläge für neue Orte zum Heiraten in Frankfurt gesammelt werden. Wie ist der aktuelle Stand, Herr Jarantowski?

Wirtschaftsreferent Sebastian Jarantowski: Ende September startet für einen Monat das sogenannte Interessenbekundungsverfahren, bei dem Gewerbetreibende in der Stadt neue Orte für Trauungen vorschlagen können, die dann anschließend vom Standesamt auf Tauglichkeit geprüft werden.

Sind dann zum Beispiel Hochzeiten auf dem Ziegenwerder bald möglich?

Ab dem 1. Januar 2012 wird es definitiv neue Orte zum Heiraten geben. Mit dabei werden der Ziegenwerder und der Oderturm sein. In der Marienkirche werden dagegen rein standesamtliche Trauungen nicht möglich sein.

Entstehen durch die neuen Räume Extrakosten für die Paare? Das hängt ganz vom jeweiligen Standort ab, aber mitunter kann es zu erhöhten Kosten kommen.

Schnelltest

Erreichbarkeit: *****

Besser vorher telefonisch einen Termin vereinbaren (0335 552 3400). Aber Sie können auch direkt kommen: Dienstag 9 – 12 und 13 – 18 Uhr, Donnerstag 9 – 12 und 13 –16 Uhr. Zugang zum Rathaus, Marktplatz 1, ist barrierefrei.

Parkplatz: *****

Rund um das Rathaus gibt es genügend Parkplätze. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, muss vom Brunnenplatz aus laufen. Vor dem Gebäude gibt es Fahrradständer.

Wartezeit: *****

Bei unserem Behörden-Check kamen wir ohne Voranmeldung sofort zur Beratung dran. Auch eine Führung durchs Trauzimmer war ohne Wartezeit möglich. Wer wirklich heiraten möchte, sollte etwa ein halbes Jahr vorher kommen.

Freundlichkeit: *****

Frau Hänsel antwortete freundlich und kompetent auf sämtliche Fragen, selbst wenn die Antworten kein gutes Licht auf Frankfurt warfen. Unser Test-Paar fühlte sich ausgezeichnet beraten für den wichtigsten Tag im Leben.

Kosten/Gebühren: *****

Die Hochzeit im Rathaus kostet zwischen 80 und 100 Euro. Wer im Kleist-Museum heiraten möchte, muss zudem 75 Euro für die Nutzung der Räume bezahlen. Insgesamt bewegt sich das Frankfurter Standesamt damit im Kostendurchschnitt der Region.

Internet: *****

Über die Startseite ?www.frankfurt-oder.de gelangt man zum „Bürgerservice“. Dort muss man auf die Seite „Standesamt“ gehen. Was man zum Heiraten braucht und was es kostet, ist auf dieser Seite ausführlich erklärt.

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