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"Nicht über unsere Köpfe"

Mit Protest empfangen: Die Bürgerinitiative „Biosphäre unter Strom“ protestierte am Rande der Anerkennungsveranstaltung zum Erholungsort gegen die 380-KV-Freileitung. Ein Strommonster symbolisiert die Masten, die auch Angermünde überragen werden.
Mit Protest empfangen: Die Bürgerinitiative „Biosphäre unter Strom“ protestierte am Rande der Anerkennungsveranstaltung zum Erholungsort gegen die 380-KV-Freileitung. Ein Strommonster symbolisiert die Masten, die auch Angermünde überragen werden. © Foto: MOZ
dw / 14.12.2010, 07:40 Uhr - Aktualisiert 15.12.2010, 08:45
Angermünde (In House) 14 dicke Aktenordner füllen die Einwendungen von Bürgern und Unternehmen gegen die geplante Uckermark-Freileitung, die sich mitten durchs Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ziehen wird, auch durch den nun staatlich anerkannten Erholungsort Angermünde.

Insgesamt 1300 schriftliche Bürger-Einwendungen und Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange gingen innerhalb des Beteiligungsverfahrens zum Freileitungsprojekt beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe als Genehmigungsbehörde ein. Diese kritischen Stimmen ernst zu nehmen und nicht über die Köpfer der Menschen vor Ort zu entscheiden, das forderte die Bürgerinitiative „Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat“ und der Verein „Wir in der Biosphäre“ von Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers als obersten Dienstherr der Behörde.

Die Freileitungsgegner nahmen am Montag die Ernennung der Stadt Angermünde zum staatlich anerkannten Erholungsort zum Anlass, um mit einer Protestaktion vor dem Rathaus auf die von der Firma 50 Hertz Transmission GmbH geplante 380-Kilovolt-Freileitung vom uckermärkischen Bertikow nach Neuenhagen bei Berlin und die Gefahren für die Entwicklung der Region hinzuweisen.

„Wir fragen, warum das Wirtschaftsministerium die Vorzüge der Stadt Angermünde als staatlich anerkannter Erholungsort urkundlich beglaubigt, aber gleichzeitig nichts zum Schutz der Region und der Stadt vor den negativen Folgen der riesigen Hochspannungsleitung unternimmt“, moniert Gunnar Hemme, Sprecher der Bürgerinitiative. Erholungsort, Biosphärenreservat und Unesco-Weltnaturerbe passten nicht zusammen. Der Minister habe als Dienstherr der Genehmigungsbehörde die Fäden in der Hand, ob die Freileitung gebaut wird. Die Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Leitung sei nicht nachgewiesen worden, die Umweltverträglichkeit durch zahlreiche Gutachten negativ beschieden worden.

Symbolisch überreichte ein drei Meter hohes Strommonster auf Stelzen die Aktenordner mit den Einwendungen an den Minister.

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