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"Petra" schneit Frankfurt zu

Markendorf: Die historische Bahn schiebt Schnee.
Markendorf: Die historische Bahn schiebt Schnee. © Foto: MOZ/Dietmar Horn
Jörg Kotterba / 20.12.2010, 19:22 Uhr - Aktualisiert 20.12.2010, 19:40
Frankfurt (In House) Mehr als zehn Zentimeter Neuschnee und Dauerfrost: Das Tief „Petra“ hat die Stadt im Würgegriff. Ab dem frühen Morgen waren am Montag 
32 Mitarbeiter des städtischen Bauhofes mit zwölf Streufahrzeugen und als mobiler Einsatztrupp unterwegs. Einschließlich aller Vertragspartner versuchten 
32 Spezialfahrzeuge, den Schneemassen Paroli zu bieten. Einige Linienbusse hatten bis zu 30 Minuten Verspätung. Die Polizei meldete zehn Verkehrsunfälle im Stadtgebiet. Dabei wurde eine Person verletzt. Es gab aber jede Menge „Liegenbleiber“, die den Verkehr behinderten.

Ausnahmezustand bei der Stadtverkehrsgesellschaft: Selbst Verkehrsleiter Fred Bernau griff am Montag zu Besen und Schieber, um für schneefreie Haltestellen zu sorgen. In Ortsteilen wie Güldendorf, Lossow und Rosengarten sah man ihn mit seiner, wie er sagte, Verwaltungstruppe fegen und schieben. „Wir haben zwar jede Menge Dienstleister, die für Ordnung und Sauberkeit an den Bus- und Straßenbahnhaltestellen sorgen. Aber bei diesen Schneemengen packen wir auch mit an.“

Alle Busse und Straßenbahnen, so Verkehrsleiter Bernau, kamen gestern pünktlich vom Hof. „Aber es gab – meist wetterbedingt – Verspätungen. Bei Bussen sogar bis zu 
30 Minuten.“ Weil ein Pkw in der August-Bebel-Straße eine Straßenbahn überholte, dabei auf verschneitem Asphalt ins Schleudern kam und gegen die Bahn knallte, gab es Verzögerungen. „Die Polizei war vor Ort. Und wir nehmen den Unfall ja auch auf und überprüfen, ob die Bahn nicht zu schnell gefahren ist“, erläuterte Fred Bernau. In Rosengarten, ergänzte er, schaffte ein Linienbus die Wendeschleife nicht. Und am Spitzkrugring fuhr sich ein Bus im verharschten Schnee fest und kam nur mit fremder Hilfe aus der misslichen Situation.

Dennoch war am Montag nicht nur Fred Bernau mit dem Fahr-Verhalten der meisten Kraftfahrer zufrieden. „Kaum einer parkte falsch und machte uns das Leben schwer.“ Auch die Polizei lobte. Zwar wurden im gesamten Schutzbereich bis Montagnachmittag 48 Verkehrsunfälle gemeldet – in Frankfurt zehn mit einem Verletzten. „Doch die meisten Zusammenstöße gingen glimpflich aus. Fast alle Kraftfahrer fuhren langsam und besonnen“, so Polizeisprecherin Beate Sonnenburg.

Ab fünf Uhr im Großeinsatz waren am Montag 32 Mitarbeiter des städtischen Bauhofes. Sie rückten mit zwölf Streufahrzeugen und als mobile Einsatztrupps im Stadtgebiet den zehn Zentimetern Neuschnee zu Leibe. Einschließlich aller Vertragspartner versuchten 32 Spe-
zialfahrzeuge, den Schneemassen zumindest in den stark frequentierten Straßen wie Leipziger oder August-Bebel-Straße Paroli zu bieten. „Wir hatten im Spätherbst unser Salzlager gut gefüllt – mit insgesamt 260 Tonnen. Doch der Vorrat ist erschöpft. Nachgeliefert, so die Auskunft des Deutschen Straßendienstes, wird frühestens am 
28. Dezember“, informierte Henrik Waskow vom Tiefbauamt. Der Deutsche Straßendienst würde Prioritäten setzen. Waskow: „Die Autobahnen haben Vorrang.“

Sein Kollege Roland Kaltz, Winterdienstchef im Bauhof, ergänzte: „Unser Kieslager ist zum Glück noch gut gefüllt. Dort lagern 125 Tonnen Sand.“

Aus dem Klinikum Markendorf gab Sprecherin Sabine Zinke gestern Nachmittag Entwarnung. „Die Rettungsstelle ist nicht mehr frequentiert als an ,normalen’ Tagen.“

Grünes Licht auch von der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft. „Durch die hohe Schneeschicht sind alle Leitungsrohre gut verpackt. Der Frost steckt derzeit nur in 50 Zentimetern Tiefe. Normalerweise dringt er einen Meter weiter.

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